Yoga, Pasta, Neuschnee – mein Kurztrip in die Ferienregion Lana/Südtirol

Hola Barça.

Wer mich kennt – oder zumindest diesen Blog regelmäßig liest – weiß: Tief in meinem Herzen bin ich Spanier. Oder noch besser gesagt: Katalane. Als ich 2005 das erste Mal in Barcelona war, hat es mir irgendwie die Sicherung rausgehauen und seitdem träume ich heimlich davon, dorthin zu ziehen. Was aber (man hat ja Familie) gar nicht so einfach ist. Deshalb war ich in den vergangenen 14 Jahren relativ häufig in dieser wunderbaren Hafenmetropole mit all ihren „Ahs“ und „Ohs“ und jedes Mal träume ich weiter davon, einfach dort zu bleiben. Denn wenn man das klassische Touri-Programm mal absolviert hat, taucht man erst so richtig ein in diese vielschichtige, von der Geschichte bewegte Stadt der Freiheitsliebenden. Und ach ja: Fußball gucken und ordentlich essen kann man da übrigens auch.

Hallå Greta.

Dem aufmerksamen Leser ist sicher gleich aufgefallen, dass ich mit meinen Flugreisen nach Katalonien relativ viel CO2 in die Atmosphäre geblasen habe. (Okay, einmal waren wir mit dem Auto da – die 1.800 Kilometer Autobahn von Berlin waren aber auch nicht unbedingt umweltschonend.) Aber in Zeiten von Klimawandel und dem Bewusstsein, dass unsere Kinder vielleicht auch noch an der Erdoberfläche leben wollen, geht das einfach nicht mehr mit der Vielfliegerei. Und ehrlich gesagt finde ich es auch nicht unbedingt entspannend, mit dem Flugzeug zu reisen – vor allem, wenn es über den Flughafen München („Franz Josef Strauß“) geht, einen der mit Abstand kinderfeindlichsten Airports der Welt. Und aus diesen Gründen verreisen wir jetzt immer häufiger mit der Bahn oder mit dem vollbesetzten und vollgepackten PKW. Und mit dem sind wir letzten Woche auch für einen Kurztrip nach Lana, Südtirol gefahren.

Ciao Alto Adige.

Südtirol im Herbst ist ein Traum: Die letzten Äpfel hängen duftend an den Bäumen, das Laub schimmert in den buntesten Farben und die wärmenden Sonnenstrahlen erzählen Geschichten vom gerade vergangenen Sommer. Dazu diese einzigartige Mischung aus alpiner Landschaft und mediterraner Lebensweise. Gute Laune, gutes Essen und bei allem der selbstbewusste Beigeschmack der Freiheit. Ich liebe Südtirol und war hin und weg, als man mich bat, noch einmal in das kleine Städtchen Lana bei Meran zu reisen. Vor drei Jahren durfte ich das Hotel Schwarzschmied auf seine Yogi- und Familienfreundlichkeit prüfen – nun ging es darum, den Rest des Ortes zu erkunden. Doch statt Sonnenbrille und Wanderschuhen hätte ich dafür besser eine dicke Mütze und Schneeschuhe eingepackt. Südtirol wurde letzte Woche so heftig vom Wintereinbruch überrascht wie wahrscheinlich noch nie zuvor.

Bonjour Biwak.

Das einzige, was uns auf dem Weg nach Bella Südtirol ein wenig aufgehalten hat, war unser Staunen über den Schnee am Straßenrand. Wir hatten mit etwas Schmuddelwetter gerechnet, aber Meteorologen sind auch nur bessere Wahrsager und gefühlt waren wir gerade noch am Strand in Kroatien gelegen. Aber egal. Erstmal ankommen und im Hotel gab es dann eine angenehme Überraschung. Der Empfang hatte seine Arbeit gut gemacht und man empfing uns mit der Frage, wie unser zweites Kind denn nun heiße. Beim letzen Besuch hier waren wir noch ziemlich schwanger und das hatte sich wohl jemand gemerkt. Sehr schön. Ansonsten gibt es zum Schwarzschmied nicht viel mehr zu sagen als vor drei Jahren: Es ist ein absoluter Lieblingsort mit liebevoll durchdachten Zimmern, einem großartigen Yoga- und Wellnessangebot und einer Küche, die dazu einlädt, das Wochenende in der Jogginghose zu verbringen (weil alles andere zu sehr spannt). Außerdem gibt es jetzt einen beheizten Außenpool, in dem ich das erste Mal im Leben bei Schneefall schwimmen war. Unten warm, oben brrrrrr. Eine Erfahrung, die man unbedingt mal machen sollte.

Mahlzeit z’amm.

Was wir in den folgenden Tagen in Lana unternommen haben, lässt sich recht gut mit dem Bild von gekreuztem Besteck illustrieren, dass auf ein gastronomisches Angebot hinweist. Wir haben im Prinzip keines dieser Angebote ausgelassen – was nicht nur daran liegt, dass wir kleine Kinder haben. Ich war schon häufiger in Südtirol (auf einer Hochzeit oder zum Skifahren) und bin nicht nur in die herzliche, unaufgeregte Art der Menschen, sondern auch in ihre einzigartige Art, zu kochen verliebt. Deftig-alpin mit stark mediterranem Einschlag. Und das bedeutet nicht, dass man sich von Speckknödeln und Würsten ernährt – man bekommt überall auch vegetarische und vegan Gerichte sowie glutenfreie Speisen und Getränke. Ja, die Leggings sitzen etwas enger diese Woche, aber zum Ausgleich gab es im Schwarzschmied zum Glück auch Yoga und den Pool (brrrrr). 

Servus Touri.

Auch wenn man in Lana gut isst, lässt sich hier  auch sehr gut Zeit verbringen, indem man einfach dort ist (doofes Wortspiel – check). Wir haben das Städtchen diesmal zu Fuß erkundet und eine wunderschöne kleine Fußgängerzone und einen Wochenmarkt gefunden, der Bioladenkäuferherzen höher schlagen lässt. Unser absolutes Highlight in Lana kam allerdings etwas überraschend: Wir fanden uns Mitte November in einem regelrechten Winterwonderland wieder! Am Samstag ging es mit der Seilbahn rauf aufs Vigiljoch. Und dort hatte es in der Nacht zuvor einen beeindruckenden Meter Neuschnee gegeben. Das führte dazu, dass die Anwohner auf dem Berg ihre einsturzgefährdeten Dächer vom Schnee befreiten. Und wir einen wunderbaren Familientag im Schnee hatten – inklusive Schneeballschlacht, Schneemannbauen und später dann sogar wieder etwas Sonnenschein. Ein Traum! Und das alles – wie gesagt – im November. 

Pfiat-di, Südtirol.

Ich habe das schon mal irgendwo erwähnt – was ich wirklich an München schätze, ist die Tatsache, dass man mit dem Auto innerhalb von drei Stunden drei Länder besuchen kann. Von Deutschland aus ist man ruckzuck in Österreich und von dort wiederum gleich wieder an der Grenze nach Italien. So muss man sich nicht unbedingt ins Flugzeug setzen, um dem Herbst-Blues zu entkommen. Meine Herbst-Flucht ging diesmal spontan in den Schnee und so kenne ich Südtirol eigentlich – als Wintersportziel. Aber es ist auch im Frühling, Sommer und Herbst äußerst reizvoll und gut Essen kann ich eigentlich zu jeder Jahreszeit. Und auch wenn die Sonne Barcelonas nach wie vor in meinem Herzen scheint, bin ich letzte Woche ein kleines bisschen Südtiroler geworden. Auch entspannt, auch freiheitsliebend – nur eben ohne Meer. Dafür mit wunderbaren Bergen. Und wer weiß – vielleicht spielt der F.C. Meran ja irgendwann sogar in der Champions League? Ich wäre bei jedem Spiel dabei. Namaste. 

Fotos: Liza „Skihaserl“ Meinhof

Hinweis: Dieser Beitrag wurde durch die Ferienregion Südtirol und das Hotel Schwarzschmied unterstützt.