Das Yogawort zum Sonntag – Zeitreise

  1. Tschüss, schönes Leben noch!

Kennst du auch jemanden, mit dem du früher richtig viel Zeit verbracht hast, dann habt ihr euch aber aus den Augen verloren und Jahre lang nicht mehr gesehen? Bei mir gibt es einige Leute dieser Spezies – nicht zuletzt auch, weil ich ja die Heimat verlassen haben, um die große weite Welt (jetzt: Bayern) zu entdecken. Und obwohl ich teilweise mal recht intensive Beziehungen zu diesen Menschen hatte, herrscht mit manchen von ihnen seit zwei Jahrzehnten (trotz Facebook und Co.) mehr oder weniger Funkstille. Jeder von uns lebt sein Leben weiter und heiratet, bekommt Kinder, wird Yogalehrer und so weiter. Oder was auch immer in einem Leben so passieren kann. Und dann? Dann trifft man sich einfach mal ganz spontan wieder.

Blast from the past.

Ich hatte diese Woche einen dieser Wiedersehensmomente, habe (auch ohne DeLorean) eine regelrechte Reise in meine Vergangenheit unternommen. Am Montag war ich bei einem Konzert von Freunden (jetzt wohl eher Bekannten), mit denen ich früher sogar mal ein bisschen auf Tour war und andere „Rockstar“-Dinge verbrochen habe. Es waren die 90er, wir glaubten an den gemeinsamen Traum und hatten auch abseits der Theke unsere Momente mit ein paar richtig guten Songs und legendären Auftritten. In Rheinstetten-Mörsch, Künzelsau oder Eppingen-Riechen (da war es besonders witzig). Aber auch in richtigen Städten und sogar im Ausland. Unterm Strich waren es ein paar wilde Jahre nach dem Abitur und nicht alles war gut in dieser Zeit. Es gab viel Unsicherheit, Verwirrung und – im Nachhinein ist mir das klar geworden – zum Teil auch Überforderung mit der einen oder anderen Situation.

Irgendwie war alles wie immer.

Am Montag war es dann aber endlich soweit: Ich wollte mich meinen „alten Dämonen“ stellen und mich in erster Reihe von ihnen musikalisch verwöhnen lassen. Es gab keine Verabredung dazu, ich bin einfach zum Konzert gegangen und habe am Backstage-Eingang ganz brav „Hallo“ gesagt. Und dann war es auf einmal wieder 1998. Wir haben uns gut unterhalten, das Konzert hat mich etwas nostalgisch werden lassen und danach gab es noch ein paar Getränke und lange, lustige Gespräche. Zu meiner eigenen Überraschung ging es dabei nicht nur um „damals“ oder die Zeit, die seitdem vergangen ist, sondern eher um das, was uns heute bewegt. Es war ein schöner Abend und ein bisschen war ich danach auch wehmütig, dass wir uns so lange nicht gesehen hatten. Denn obwohl wir jetzt andere sind und anderen Träumen nachlaufen, haben wir uns immer noch einiges zu sagen.

Bin ich noch ganz der Alte?

Eines ist klar: Ich bin schon lange keine 20 mehr. Und irgendwie war ich diese Woche deshalb etwas hin- und hergerissen. Bin ich heute wirklich anders und ist das jetzt schlimm? Denn irgendwo scheint es mein altes Ich ja noch zu geben und es war nicht unbedingt die schlechteste Version von mir. Aber am Ende bin ich dann doch ganz glücklich, dass ich mich seitdem weiterentwickelt habe. Nicht zu etwas Besserem, sondern zu etwas Anderem. Ja, ich vermisse das Damals: meine Jugend und die Energie, die ich hatte. Die Partys, die Gitarren und alles. Ich vermisse ja auch – vor allem, wenn ich meine Kinder heute beobachte – meine Kindheit und die zauberhaften Fähigkeiten, die ich damals hatte. Sogar meine Schulzeit hätte ich manchmal gerne zurück, obwohl ich mir sicher bin, dass mir meine Erinnerung da einen Streich spielen muss.

Wir bleiben treu.

Es hat einige Tage in mir gegärt, bis ich mir klar darüber war, was dieser Trip ins Gestern mir gebracht hat: Was vorbei ist, ist vorbei, es lebt höchstens in unserer Erinnerung weiter. Dann aber – unter Umständen – leicht verfärbt, zum Besseren oder auch zum Schlechteren hin. Wie mein Leben gelaufen wäre, wenn ich es mit anderen Leuten verbracht hätte, ist dabei zwar eine spannende Frage, letztendlich aber egal. Denn wir verändern uns jeden Tag – als Rockstars, Väter oder Yogis. Vor fünf Jahren war ich ganz anders auf der Matte als heute. Zu unsicher, zu ehrgeizig und zu körperlich. Damals erschien es mir richtig, heute sehe ich das natürlich mit anderen Augen. Trotzdem bin ich noch derselbe, nur eben auf einem anderen Stück der Teilstrecke, die wir Leben nennen. Und letztendlich liegt auch in der Veränderung eine Konstanz: Wenn wir es schaffen, uns zu uns selbst hin zu bewegen, statt von unserem wahren Ich davon zu laufen, können wir uns ständig weiterentwickeln und dabei trotzdem immer treu bleiben. Und diese Erkenntnis war die Reise in die 90er dann auf jeden Fall Wert. Namaste.

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Fotos: Liza „Weißt du noch?“ Meinhof

Hinweis: Kapow Meggings hat diesen Beitrag mit einer schicken Meggings unterstützt, also fällt das mal wieder unter die Kategorie Werbung.

 

 

 

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