Yoga à la carte – Übungskarten für deine Asana-Praxis

Nix Neues auf der Landkarte.

Für Kinder ist jeder Tag voller Abenteuer und Entdeckungen. Selbst wenn sie die ganze Zeit im Auto sitzen, finden sie etwas Unbekanntes und lernen neu dazu. Alte Leute hingegen haben irgendwie alles schon gesehen und machen meistens das, was sie kennen und für gut befunden haben. Sie besuchen ihre Lieblingsrestaurants, reisen zu ihren Lieblingsurlaubszielen und schätzen ihre bequeme Lieblingsschuhmarke. Und das ist okay, man muss ja auch nicht jeden Tag was Verrücktes machen und – wie gesagt – das meiste hat man ja schon mal gesehen und ausprobiert. Auch ich erwische mich dabei, wie ich langsam träg und bequem werde. Beim Pizza bestellen, muss ich schon lange nicht mehr in die Karte gucken (Diavola!) und dieses Jahr habe ich mich schon wie ein Anarchist gefühlt, weil wir im Sommer in Portugal (ist eigentlich wie Spanien) statt in Spanien waren. Und seit ich meine Asanapraxis intensiviert habe, fällt mir auf, dass ich auch als Yogi langsam alt bzw. etwas eingefahren werde.

Meine Fahrkarte in ein neues Leben.

An meine allererste eingenommene Asana in meiner allerersten Yogaklasse erinnere ich mich leider nicht (wenn man Sukhasana, den einfachen Sitz mal außen vorlässt). Aber ich erinnere mich daran, wie begierig ich darauf war, die ganzen Haltungen zu erlernen und wie ich mich nach den ersten Klassen in meinem Anfängerkurs zuhause gedehnt und verbogen habe, um in der nächsten Woche weniger trottelig zu wirken und so etwas wie einen Flow entstehen zu lassen (statt hinterher zu hecheln). Zusätzlich zu den Hunden und Kriegern aus meiner Yogagruppe habe ich dann auch bald angefangen, kreuz und quer irgendwelche Asanas auszuprobieren. Ich war einfach neugierig – ob ich die Übungen kann und wie sie sich anfühlen. Im Nachhinein war das natürlich ein bisschen fahrlässig und ich hatte echt Glück, dass ich mich bei meinem Wohnzimmerturnstunden nicht wirklich verletzt habe. Aber es war auch eine spannende Zeit. Alles war neu, jede Asana irgendwie fremd und aufregend und es gab so viel zu entdecken. Jetzt – nach beinahe fünf Jahren – gibt es da natürlich nicht mehr so viel Neuland.

Die Eintrittskarte fürs nächste Level.

Eigentlich gibt es im Yoga wohl unendlich viel zu entdecken. Aber eigentlich ist der Mensch leider auch etwas träge. Und weil ich unter anderem auch ein Mensch bin, neige ich dazu, immer dieselben Asanas zu üben, die ich schon so toll kann. Natürlich werde ich in den Klassen, die ich besuche immer wieder mit neuen Haltungen konfrontiert, aber es passiert dann wirklich selten, dass ich die zuhause in Ruhe analysiere und konsequent übe. Aber das sollte ich eigentlich, nicht nur, weil ich jetzt zur Yogaschule gehe. Eine Zeit lang habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir eines dieser Asana-Poster an die Wand zu hängen. Allerdings ist unsere Wohnung nicht wirklich groß und in Sachen Übersichtlichkeit ist das wohl auch nicht das Ende der Fahnenstange. Außerdem mache ich mir gerne bei manchen Asanas Notizen („Bauch rein“, „Füße flexen“ etc.). Bei meiner Suche nach einer sinnvollen Hilfe für das Lernen neuer Asanas bin ich dann auf die Übungskarten von Mark Stephens gestoßen.

Unsere neue Yoga-Speisekarte(n).

Mark Stephens hat mit seinem Buch „Yoga-Workouts gestalten“ schon ein umfassendes Standardwerk zum Entwickeln von Yogaklassen hingelegt. Die neuen Übungskarten sind ein hilfreicher nächster Schritt und sollen es noch einfacher machen, ein komplettes, auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zugeschnittenes Workout aus einzelnen Übungen zusammenzustellen. Als Lehrer und als Schüler. Wie das genau geht, steht in einem kleinen Begleitbüchlein, das einen ersten Überblick darüber gibt, wie man eine Yogaklasse aufbaut. Besonders spannend finde ich aber die 100 Karten in Postkartengröße: Die Vorderseite jeder Karte zeigt ein Foto der ausgeführten Übung und den Titel in Sanskrit und auf Deutsch. Schon das alleine ist nicht nur für angehende Yogalehrer interessant – als Anfänger war ich immer total irritiert, wenn der/die Yogalehrer/in die einzelnen Übungen nur in Sanskrit ansagte. Auf der Rückseite der Karten gibt es dann Hintergrundinformationen zur jeweiligen Haltung: Für wen ist diese Übung besonders geeignet? Wie baut man sie ideal in eine Übungsabfolge ein? Welche ergänzenden Übungen eignen sich? Für eine bessere Übersicht sind die Asanas in verschiedene Gruppen unterteilt (Stützhaltungen, Vorbeugen & Hüftöffner, Drehungen im Sitzen etc.) und entsprechend farblich gekennzeichnet. Uno lässt grüßen. Oder in meinem Fall eher „Mensch ärgere dich nicht“ (weil ich schon wieder umgefallen bin).

Yoga mit der Dauerkarte.

In der Praxis fand ich die Übungskarten wirklich hilfreich, sie schließen genau die Lücke, die mir beim kürzlich vorgestellten (hervorragenden) Kinderyoga-Buch leider aufgefallen war. Nach dem ersten Stöbern mit vielen Aha-Effekten (von „So heißt das also!“ bis „Das muss ich unbedingt ausprobieren!“) habe ich mir testweise eine kleine Yogasession zusammengestellt, natürlich auch mit ein paar neuen Asanas. Aber richtig stark finde ich die Kärtchen für meine „Alltagspraxis“ also das Üben im Wohnzimmer. Hier lasse ich jetzt immer wieder neue Haltungen einfließen. Und wenn sich mein inneres Gewohnheitstier mal wieder durchsetzen will, sind die Übungskarten besser als jedes Erinnerungs-Post-It. Das bringt meiner Praxis Spaß und Abwechslung und erweitert mein Repertoire an Asanas, mit denen ich meine Yogasessions komponieren kann. Das Einzige, was mir jetzt noch fehlt, ist ein Stapel Speisekärtchen von meinem Lieblingsitaliener und einer mit potenzielle Urlaubszielen. Namaste.

PS: Zum Schluss noch eine Glückwunschkarte.

Auf meiner Facebook Seite kannst du ab dem 21.11.2017 ein Kartenset „Yoga-Workouts gestalten“ von Mark Stephens gewinnen. Viel Glück!

Der riva Verlag hat mit netterweise einen Übungskartenset für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt. Damit ist dieser Beitrag nicht nur ein Erfahrungsbericht, sondern auch Werbung.

 

Fotos: Liza Meinhof

Ein Gedanke zu „Yoga à la carte – Übungskarten für deine Asana-Praxis

  1. Danke für den ausführlichen Bericht. Ich überlege schon seit einer Weile, mir Karten für die home practice zuzulegen. Und das Buch zu den Karten hatte ich auch schon in der Hand. Die Kombi scheint sich zu lohnen! LG, Claudia

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