Mein Weg zum Yogalehrer – Yoga Teacher Training bei Patrick Broome

Die Zeit rast, wenn man sich amüsiert.

Wenn man ein Kind ist, sind sechs Monate ein unfassbar langer Zeitraum: Vom tiefsten Winter bis in den glühenden Sommer, von den Pfingst- bis fast zu den Weihnachtsferien, von dreieinhalb bis zum vierten Geburtstag. Ewig ist das. Wenn man erwachsen ist, sind sechs Monate hingegen ein Witz. In fast schon kosmischer Relativität vergeht ein halbes Jahr gefühlt mit einem Blinzeln. Und was nicht alles passieren kann in 182,5 Tagen: Ein frisch gewählter Bundestag kann sinn- und ergebnislose Koalitionsverhandlungen führen und der Kurs der Kryptowährung Bitcoin verdreifacht sich (nur um wieder auf sein Ausgangsniveau zurück zu fallen). Gerade freut man sich über den ersten Weihnachtsmarkt und ruckzuck trägt man wieder Shorts und Birkenstocks. Mannomann, wo ist die Zeit nur hin? Im vergangenen November habe ich – vollkommen unvoreingenommen – meine Yogalehrerausbildung begonnen und jetzt lebe ich ganz selbstverständlich damit, dass ich regelmäßig Klassen unterrichte. Aber was genau ist dazwischen passiert? Einiges.

Entschleunigung auf der Überholspur.

Spätestens seit den Gesprächen am letzten Wochenende meines Yoga Teacher Trainings war mir klar: Wirklich jeder geht seinen eigenen, individuellen Weg, um Yogalehrer zu werden. Bei mir hat das schon vor mehr als einem Jahr damit begonnen, dass ich meinen festen Job gekündigt habe, um mehr Zeit für Yoga zu haben. Und das war – in meinem Fall – auch gut so. Denn Familie, Arbeit und Blog sind ziemlich zeitaufwändig und schon für meine eigene Yoga- und Meditationspraxis brauche ich etwas Freiraum. Alles Weitere ist dann in oben genannten sechs Monaten quasi Schlag auf Schlag passiert: Sechs lange Wochenenden mit wertvollen Lektionen von meinen Lehrern Patrick Broome und Timo Wahl sowie intensiver Arbeit (z.B. Assistieren) in der Kleingruppe mit meinem Mentor. Zusätzlich gab es immer „Gastdozenten“, für Sanskrit beispielsweise oder Thai Yoga Massage. Und schneller als mir eigentlich lieb war, musste ich nach den ersten Hospitationen meine Berührungsängste überwinden und mich selbst vor eine Klasse setzen und unterrichten. In einem Wort: Wahnsinn!

Und du so?

Ich bereue meine Entscheidung nicht, würde alles nochmal genauso machen (eventuell 15 Jahre früher). Wenn du dir selbst auch überlegst, Yogalehrer zu werden, habe ich aber leider keinen Masterplan für dich. Zum einen musst du deinen Weg selbst finden, zum anderen kann ich dir aus erster Hand nur meine eigene Ausbildung empfehlen (weil ich noch keine andere gemacht habe, hehe). Für mich war diese spezielle Art zu lernen allerdings ein Volltreffer. Vom Timing und vom Umfeld bzw. den Lehrern her. Und für dich ist sie das vielleicht auch.

Du solltest unbedingt ein Teacher Training bei Patrick Broome machen, wenn du…

… nie mehr eine Yogaklasse besuchen willst, ohne den Unterricht zu analysieren.

… dich Neuem öffnen und auch mal über dich selbst lachen kannst.

… keine Lust hast, einen Guru anbeten zu müssen.

… du leider kein Geld hast, für die Ausbildung einen Monat nach Costa Rica zu verschwinden.

… du leider keine Zeit hast, für die Ausbildung einen Monat nach Costa Rica zu verschwinden.

… wenn du mal wieder hemmungslos weinen willst.

… so akzeptiert werden willst, wie du bist.

… deinen Körper besser kennenlernen willst.

… dich selbst besser kennenlernen willst.

… viele nette Menschen kennenlernen willst.

Time toooooo say goodbye.

Für mich war es das leider auch schon wieder mit der schönen Schulzeit. Ich habe ja bereits viele tränenreiche Worte über meinen Abschied von den Kollegen verloren und darüber, dass ich mir ganz besonders viel Zeit dafür nehmen wollte. Und so, wie es im Moment aussieht, habe ich jetzt ganz gute Startbedingungen als Yogalehrer, ein paar Klassen darf ich ja schon unterrichten und der erste Festivalauftritt ist ebenfalls gebucht. Läuft also erstmal.
Als Fazit bleibt mir nur noch mal ein letztes großes Dankeschön an alle Beteiligten: Von den wirklich fachkundigen Lehrern bis zu den wirklich geduldigen Mentoren bis hin zu den wirklich netten Mitschülern, die diesen Trip gemeinsam mit mir gemacht haben. Ich weiß, es geht allen von ihnen genau wie mir: Wir haben unser Leben in die Hand genommen und verändert, von jetzt an ist nichts mehr, wie es einmal war. Wir schweben weiter. Und das ist für mich im Nachhinein der wichtigste Grund, diese Ausbildung gemacht zu haben. Namaste.

Fotos: Felix Krammer Fotografie, Yogadude (Titel), Unbekannt (mit Patrick)

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