#yovember – mein persönlicher Yoga-Monat

Du hast da was an der Nase.

Da, wo ich herkomme, gehörte der gepflegte Schnurrbart lange über die 80er hinaus zum perfekten Allround-Outfit. Auf dem Traktor, in der Kneipe und auf dem Fußballplatz – der Schnorres war okay und Zeichen absoluter Männlichkeit. Zum Glück haben die Hipster das auch erkannt und zwischen Hermannplatz und S-Bahnhof Sonnenallee in Berlin ist die Rotzbremse so in, dass sie schon fast wieder out ist. Außer im November. Dann lassen sich sogar weniger hippe Berliner, Münchener und Stuttgarter einen Oliba stehen. Für den guten Zweck, im Movember setzt mann ein Zeichen für mehr Männergesundheit. Also in erster Linie untenrum. Ich finde die Verbindung von Tumor und Humor absolut richtig, Krebs ist auch ohne Pornobalken schon spaßfrei genug. Allerdings habe ich mir selbst noch nie einen „Mo“ (Moustache) stehen lassen, weil ich vom Vollbart-Abrasieren weiß, wie bescheuert das in meinem Gesicht aussieht.

Der Herbst ist da! Toll.

Ich liebe den Sommer und finde nicht unbedingt, dass der November zu den besseren Monaten des Jahres gehört. Übles Wetter, viel Dunkelheit und schlecht gelaunte Menschen überall – darauf kann ich gerne verzichten. Auch als Yogi bin ich bekanntermaßen mehr der Sommertyp: Beach-Yoga, SUP-Yoga, Shorts und Flip-Flops entsprechen mehr meinem sonnigen Gemüt als kalte Füße und lange Schlabberhosen. Trotzdem ist der November in diesem Jahr ein magischer Monat in meinem Yogi-Leben, nicht nur weil es die letzte Möglichkeit ist, vor der stressigen Vorweihnachtszeit mit ihren Neonlichtern und den Konsum- und Fress-Events nochmal durchzuatmen. Die kommenden 30 Tage werden für mich voll und ganz von Yoga geprägt sein, und ich freu mich so unendlich drauf:

Erst mal schön Detoxen.

Ich bin in Sachen Ernährung sicher kein vorbildlicher Yogi. Ich trinke nach wie vor ganz gerne mal ein kaltes Bier oder ein Glas guten Wein, manchmal sogar beides am selben Tag. Und obwohl ich gute Lebensmittel wirklich zu schätzen weiß (weil sie in erster Linie meistens besser schmecken als der Industriequatsch) knalle ich mir regelmäßig eher Ungesundes rein. Pommes zum Beispiel. Ich meine: Richtig geile Pommes mit Mayo. Nach dem Urlaub (!) und vor der weihnachtlichen Sünderei mit Süßkram und Alkohol noch mal etwas entgiften: In meinem Fall werde ich den ganzen Monat lang auf Alk und Zuckerzeug verzichten.

Back to School, Baby!

Ich hatte schon viele Berufe: Hilfsarbeiter an der Drehmaschine, Gitarrenverkäufer, Radio-Praktikant, Hochzeitssänger, Programmierer, Webdesigner, Werbetexter und wahrscheinlich noch ein paar andere, die ich verdrängt habe. Und das war noch immer nicht alles, die Reise geht weiter: Denn diesen Monat starte ich auch endlich mit meiner Ausbildung zum Yogalehrer durch. Ich bin deshalb auch wirklich aufgeregt, schon weil ich schon lange nicht mehr zur Schule gegangen bin. Zwar habe ich erst nach meiner Berufsausbildung mit 25 angefangen zu studieren, das ist jetzt aber auch schon eine Weile her. Aber ich will unbedingt Yoga unterrichten und noch mehr Leute dafür begeistern – und dafür braucht es eben auch etwas Sachverstand.

Yoga every damn day.

Da ich als Yogalehrer ja quasi professioneller Yogi bin, will ich auch gut vorbereitet sein fürs Vorturnen. Darum habe ich den aktuellen Urlaub schon genutzt, um meine Yogapraxis zu intensivieren. Ab November will ich es aber endgültig wissen: Zusammen mit meinem kleinen Entgiftungsprogramm und dem Yoga Teacher Training werde ich diesen Monat jeden Tag auf die Matte steigen. Und zwar so oft wie möglich im Yogastudio.

Gone til Yovember.

Der November wird mein ganz persönlicher Yovember, der Start in mein neues Leben als Vollblut-Yogi. Und wie gesagt, ich platze fast vor Vorfreude. Darauf, Yogalehrer zu werden. Und darauf, ganz viele neue Yogis und Lehrer kennen zu lernen und meine Yogastadt München noch intensiver zu erfahren. Wie der erste Monat so läuft und was das ganze Geyoge mit mir macht, werde ich natürlich auf Facebook und hier im Blog teilen. Wenn du willst, kannst du den November ja auch zu deinem Yoga-Monat machen und deine Erfahrungen mit dem Hashtag #yovember veröffentlichen. Vielleicht arbeitest du an deiner eigenen Yogapraxis oder du nimmst einen Nogi mit in seine erste Yogaklasse? Vielleicht probierst du was Neues aus oder besorgst dir ein gutes Yogabuch? Ich bin jedenfalls ganz schön gespannt auf den Yovember. Mit Schnurrbart oder ohne – wir sehen uns auf der Matte. Namaste.

PS: Die guten Leute von URBAN SPORTS CLUB haben mir für den Yovember freundlicherweise eine L-Mitgliedschaft zur Verfügung gestellt und diesen Beitrag damit quasi gesponsert.

Fotos: Liza Meinhof