Yoga für Skifahrer & Snowboarder

Jolidüüü!

Ab auf die Piste! Nächste Woche ist es soweit, die (gar nicht mehr so) kleine Yogafamilie fährt endlich wieder in den Schnee. Und zwar nicht zum Snoga, sondern um Ski und Snowboard zu fahren. Yippieh! Ich liebe Wintersport, schon als Kind durfte ich mit dem lokalen Skiclub und auch mal mit meinem Opa in den Schwarzwald fahren. Und der jährliche Winterurlaub mit den Eltern gehörte zum Glück auch jedes Jahr dazu. Irgendwie ist es ja komisch mit dem Snowboarden oder Skifahren: Obwohl man es nur ein paar Tage im Jahr macht, verlernt man es eigentlich nicht und man freut sich schon Monate vorher darauf. Also mir geht es zumindest so. Und meiner Frau auch. Sogar als wir in Berlin gelebt haben, sind wir jeden Winter mit dem Auto in die Alpen gedüst, nicht mal schwanger und mit Baby ließen wir uns davon abhalten. Stand heute ist Snowboarden mein absoluter Lieblingssport (Yoga ist ja kein Sport).

Skiiiiiiifoan.

Im Moment muss alles, was ich mache, irgendwas mit Yoga zu tun haben. Darum verbinde ich natürlich auch den Wintersport mit meiner Asana-Praxis. Und warum auch nicht? Snowboarden bzw. Skifahren geht ganz schön in die Beine und Yoga macht mega stark. Da wundert es nicht, dass die Deutsche Fußballnationalmannschaft schon seit Klinsis Zeiten mit Dr. Patrick Broome auf die Matte geht. Und was für den Tor-Titan Kahn gut war, kann Pisten-Vögeln wie mir nicht schaden: Kraft, Beweglichkeit, Stabilität. Zur Vorbereitung auf die Woche im Schnee habe ich schon mal ein paar passende Asanas ausgewählt:

Meine persönliche Top 7 Yoga-Übungen für Wintersportler:

1. Katze & Kuh

Katze & Kuh sind ja so etwas wie die Vorgruppe einer Yogaklasse. Ich liebe diese kleine Aufwärmübung einfach: Sie weitet den Brustkorb, lockert den Nacken- und Schulterbereich und hält den ganzen Oberkörper beweglich. Die Kombination aus zwei Übungen gehört nicht unbedingt zu den klassischen „Pumper“-Asanas mit krasser Muskelbeanspruchung. Mir hilft sie aber unter anderem nach einem Sturz meine Knochen wieder zu ordnen, um danach in Würde aufzustehen und schnell weg zu fahren.

2. Stuhl (Utkatasana)

Quasi die Schusshaltung unter den Asanas. Irgendein schlauer Inder hatte wohl vor langer Zeit ein Faible für den Skisport. Jeder, der Utkatasana schon mal geübt hat, weiß, dass die Haltung vor allem die Oberschenkel, aber auch Fesseln, Waden, Hüfte und Wirbelsäule kräftigt. Neben der Fußmuskulatur, die beim Wintersport ja ebenfalls stark beansprucht wird, trainiert der Stuhl die Muskeln, die dein Knie stabilisieren. Kann nicht schaden, immerhin sind Knieverletzungen ja eines der beliebtesten Souvenirs aus Wintersportgebieten.

3. Schiefe Ebene (Phalakasana)

Alle Sportler reden von Rumpfstabilität – wir Yogis haben sie (wenn wir regelmäßig üben) eigentlich serienmäßig. Die Schiefe Ebene („Plank Pose“) stärkt Arme, Beine und vor allem den unteren Rücken und bringt so Stabilität in den ganzen Körper. Wichtig: Nicht durchhängen! Angenehmer Nebeneffekt: Die Haltung unterstützt auch das schnelle Aufstehen, wenn du mal wieder in den Schnee gestürzt bist.

4. Seitstütz (Vasisthasana)

Die Baden-Württembergerin unter den Yogaübungen („Was isch d’Asana?“). Und nicht nur dafür schätze ich sie. Denn sie fordert mich nicht nur in Sachen Balance, sondern stärkt die Körperseiten auch ziemlich effizient. Vasisthasana kräftigt die Arme, Handgelenke, den Bauch, Rücken und natürlich den Rumpf. Auch hier kommt es darauf an, nicht durchzuhängen, sondern maximale Spannung in den Körper zu bekommen. Echte Pistensäue heben in der Übung dann noch das obere Bein, um noch mehr seitliche Rumpfstabilität abzufordern. Eventuell lässt sich so beim Après-Ski auch im Liegen noch ein Bierchen bestellen!

5. Brücke (Setu Bandhasana)

Sieht aus wie Opas Rückengymnastik – und ist es eigentlich auch. Die Brücke trainiert deine Handgelenke, Beine (v.a. Oberschenkelrückseiten) und deinen Popo. Während starke Beine eher zur Basisausstattung für Pistenathleten gehören, sind starke Gesäßmuskeln (Gluteus maximus) vor allem dann hilfreich, wenn es dich mit dem Snowboard mal wieder bereits beim Einsteigen aus dem Schlepplift wirft. Skifahrer hingegen profitieren vom Knackpo, wenn sie sich Vintage-mäßig in knallenge Jethosen zwängen.

6. Herabschauender Hund (Adho Mukha Svanasana)

Der Downdog ist nicht weniger als das Schweizer Taschenmesser unter den Asana. Jeder Anfänger merkt sich als erstes diese Asana und trotzdem muss ich zugeben, dass ich nach all den Jahren auf der Matte immer noch an meinem Hund arbeite. Eigentlich ist Adho Mukha Svanasana eine ganz simple Sache und stärkt primär Arme, Handgelenke, die Achillessehne und den unteren Rücken. Uneigentlich ist die Übung ein Komplett-Workout für Koordination und Körperspannung. Irgendwann werde ich den Hundi auch beherrschen. Bis dahin übe ich diese Asana, um mich auf meine Rolle als Ziel-Tor beim Kinderslalom vorzubereiten.

7. Krieger III (Virabhadrasana III)

Obwohl er gar nicht so oft in Yogaklassen geübt wird, ist „Nummer 3“ mein heimlicher Lieblingskrieger. Virabhadrasana III kräftigt die gesamte Körperrückseite, inklusive Schultern, Oberschenkel, Waden und Knöchel. Als kleines Bonbon werden in der Haltung außerdem noch die unteren Bauchmuskeln gefordert. Als Wintersportler hilft mir der dritte Krieger, meine Ganzkörperkoordination zu üben und – auf Skiern – ein Bein nach hinten anzuheben, um meinen Sohn, meine Frau oder die gesamte Terrasse der Skihütte zu beeindrucken (oder mich komplett zu blamieren).

Ja so a Gaudi!

Wie ich immer sage: Yoga hilft immer und bei allem. Als Leser dieses Blog weißt du das natürlich und vielleicht warst du ja auch schon auf der Piste und hattest das Gefühl, dass deine Asanapraxis dich hier unterstützt hat. Mir ist in den letzten Jahren aufgefallen, dass es mir immer weniger an Muskelkraft, dafür aber ein wenig an Ausdauer fehlt. Das liegt vielleicht daran, dass ich im Winter weniger Fahrrad fahre und den Laufsport endgültig aufgeben musste. Trotzdem (oder gerade deshalb) freue ich mich wie verrückt auf körperliche Akitivität abseits der Yogamatte. Und auf die beruhigende, meditative Wirkung der verschneiten Berge. Denn für eine Runde Snoga muss dann doch noch Zeit bleiben. Ski Heil und Namaste.

Fotos: Liza „Ski-Haserl“ Meinhof