Yoga & Bondage – Warum eigentlich nicht?

Endlich kommt zusammen, was zusammen gehört

Yoga ist gut zu dir. Yoga ist sexy. Und manchmal ist Yoga auch ein bisschen „unanständig“. Zum Beispiel wenn man die Asanas auf der Matte mit der japanischen Bondage-Technik „Shibari“ kombiniert. Was erst mal nach RTL2 klingt, ist in Wirklichkeit eine interessante, ästhetische Erfahrung im Niemandsland zwischen ARTE und der Apothekenrundschau.

Okay, Spaß beiseite. Wie funktioniert das?

Im Endeffekt ist es wie normales Yoga, nur dass man dabei gefesselt wird. Klar. Weil das für den Anfänger aber gar nicht so einfach ist, wie es aussieht, bietet die Yogalehrerin/Choreografin/Balletttänzerin Dasniya Sommer in Berlin regelmäßig Workshops für „Yoga & Bondage“ an. Dabei lernt man in vier Stunden die Basics für diese eher exotische Yoga-„Tradition“.

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Der Workshop beginnt mit klassischen Asanas, um den Körper und besonders die Atmung vorzubereiten. Allgemein unterscheidet sich erst mal wenig von einer traditionellen Yogaklasse, man muss zum Beispiel nicht im Fetisch-Outfit kommen und niemand wird dort irgendwas mit seinen Geschlechtsteilen machen. Niemand. Wenn du damit klarkommst, kannst du dir im Laufe der Yoga-Session dann auch ein Seil nehmen, das – ähnlich wie ein Yogagurt – Teil der Praxis wird.

Und wann wird endlich jemand gefesselt?

Im zweiten Teil des Abends geht es dann fast nahtlos über zum lustigen Bondage-Yoga. Nach ein wenig Theorie zu den verschiedenen Techniken geht es praktisch los mit Basisknoten, Grundlagen für Oberkörperharnesse sowie Hänge- und Sicherungsprinzipien. Apropos Sicherung: Bondage-Anfänger sollten ganz besonders vorsichtig sein, wenn sie alleine mit Seilen etc. hantieren. Experten raten dazu, eine Schere in unmittelbarer Nähe zu haben, weil es vorkommen kann, dass man sich sonst nicht mehr befreien kann, oder der Kopf des Partners sich langsam blau verfärbt und er auch schon lange nichts mehr gesagt hat. Oder oder, oder. Also noch mal: Der Spaß kann gefährlich sein, okay? Aber deshalb bist du ja im Workshop und lernst das alles. Weiter im Text.

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Wenn du glaubst, jetzt wird es endlich schlüpfrig oder gar pornös, wirst du eventuell enttäuscht sein. Der Workshop ist kein Junggesellenabschied und auch kein Beitrag im Privatfernsehen. Als gelernte Choerographin hilft Dasniya den TeilnehmerInnen dabei, „physische Dialoge in denen queere, groteske oder völlig abstrakte Spielsprachen Ausdruck finden“ zu entwickeln. So sollen tiefentspannende, bedeutungsleere Komposition von Sinnesreizen, oder symbolisch aufgeladene Installationen entstehen, also weniger „menschlicher Rollbraten“ als eine sinnliche Gesamterfahrung mit Elementen aus Tanz- und Kontakt- Improvisation sowie des inszenierten Rollenspiels. Im Workshop wird dabei übrigens auf die individuellen Vorkenntnisse der TeilnehmerInnen eingegangen, Dasniya gibt auch (wie jede gute Yogalehrerin) individuelle Hinweise und Assists.

Du hast nur „Yoga & Bondage“ gelesen und willst das schnellstmöglich ausprobieren?

Okay, hier ist der Shortcut: Am 28. September gibt Dasniya wieder einen „Yoga & Bondage“ Workshop in Berlin-Wedding. Auf Ihrer Website findest du weitere Informationen, anmelden kannst du dich ganz einfach per E-Mail. Der Yogadude schaut sich das bestimmt auch mal an.

Viel Spaß!

 

Bilder von Dasnyia Sommer.

Ein Gedanke zu „Yoga & Bondage – Warum eigentlich nicht?

  1. Bondage ist was Spannendes. Kannte ich aber bisher noch nicht im Zusammenhang mit Yoga 🙂
    Hab deinen Blog gerade entdeckt und finde ihn grandios! Du hast eine tolle und sympathische Art zu schreiben. Hab die letzte Stunde damit verbracht, alle deine Beiträge zu lesen.
    Liebe Grüße vom GemüseBiest

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