Ein Tag wie jeder andere – Weltyogatag 2018

Heut‘ ist so ein schöner Tag.

Heute ist einer meiner Lieblingstage: Der 21. Juni, der astronomische Sommeranfang a.k.a. die Sommersonnenwende. In Schweden weiß man das noch ordentlich zu feiern, hier bei uns macht sich das Datum eher in Form der Fête de la Musique, dem internationalen Tag der selbstgemachten Musik, bemerkbar. Also zumindest in Berlin war das so. Weniger bekannt ist das Datum für den parallel stattfindenden Welthumanistentag, den Tag des Schlafes oder aber den bolivianischen Feiertag Willakatuti. Außerdem hat morgen auch ein 365stel der Weltbevölkerung Geburtstag. Unter anderem der isländische Handballspieler und -trainer ðalsteinn Eyjólfsson und die massiv unterschätzte Ballermannlegende Mickie Krause. Alles Gute zum 48., Mickie! Und wo wir schon bei den Meilensteinen der Musikgeschichte sind: Heute vor 70 Jahren wurde die Langspielplatte (für die Jüngeren: Vinyl-LP, für die ganz Jungen: Bitte selber googlen) mit 33 Umdrehungen/Minute vorgestellt. Ganz schön viel los heute, was?

Da war doch was?

Neben all diesen wunderbaren Ereignissen und Jubiläen (es ist übrigens auch genug Mist an 21. Junis geschehen) ist heute natürlich der vierte offizielle Weltyogatag. Und der wurde 2015 nicht – was man erwarten könnte – von der Yogaindustrie ins Leben gerufen, sondern von der indischen Regierung. Wie man so was macht? Entweder man versucht es ganz billig und haut eine Pressemitteilung raus, ergänzt durch Anzeigen und Radiospots. Oder man macht es wie ein Boss, in Form einer Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Die Inder haben letzteren Weg gewählt und immerhin 177 der 193 Mitgliednationen haben sie dabei unterstützt. Offizieller kann ein Tag gar nicht sein, oder? Leider konnte ich nicht herausfinden, welche Länder ihre Unterstützung verweigert haben. Ich meine: Wer hat denn bitte was gegen Yoga?

Muss das sein?

Ich muss zugeben, dass mir die meisten „Irgendwas Besonderes“-Tage relativ weit an meinem Yogipopo vorbeigehen. Ganz vorne dabei ist natürlich der gehassliebte Valentinstag, gefolgt von irgendwelchen Katzen-, Hunden- oder Systemadministratorentagen. Das meiste davon ist irgendwie Quatsch: Selbst beim Muttertag bleibt der Gedanke im Hinterkopf, ob wir unsere Mamis an den 364 anderen Tagen des Jahres ausreichend feiern, wenn wir dafür einen Extratag brauchen. Alles, was einen speziellen Gedenktag braucht, ist für mich irgendwie ein bisschen bemitleidenswert (Ausnahme: Mickie Krause) und mein Mitleid will ich wohldosiert vergeben. Dafür bin ich um einiges leichter zu begeistern, wenn etwas mehr Kreativität im Spiel ist: Der Star Wars-Tag am 4. Mai zum Beispiel oder (manchmal zeitgleich) der No Pants Day am ersten Freitag im Mai. Wunderbar.

Einen hab‘ ich noch.

Ein bisschen Yoga-aufgeregt bin ich aber trotzdem am Weltyogatag. Denn in meiner kleinen Yogawelt gebe ich meine erste „richtige“ öffentliche Yogaklasse. Also keine Vertretung für einen anderen Lehrer und auch nicht in einem Fitnessstudio exklusiv für Mitglieder. Nein, es ist ordentlicher, anständiger Unterricht in einem Yogastudio (Santosa Yoga in München) und ich freu mich wie verrückt. Allerdings bin ich auch gespannt, wie viele Yogis wirklich um 7:30 Uhr mit mir auf die Matte wollen. Und auch wenn das – neben dem globalen Yogaday und Mickies 48. – keine große Sache ist. Für mich ist es immens wichtig. Weltyogatag ist nämlich auch in München-Giesing.

Morgen ist auch noch ein Tag.

Ich habe nichts gegen den Muttertag und natürlich habe ich auch nichts gegen den Weltyogatag. Unseren Hochzeitstag feiern meine Frau und ich seit neun Jahren jedes Mal gebührend. Logisch. Aber ehrlich gesagt, ist bei mir ja jeden Tag Yogatag. Und bei all den Anlässen und Spezialtagen geht vielleicht das ein oder andere unter. Der Tag, an dem meine Tochter das erste Mal „Papa“ gesagt hat. Oder der Tag, an dem mein Sohn mir erzählte, dass er mich so sehr liebt, weil ich so mutig bin (das war gestern). Diese Tage sind es, die wirklich zählen. Diese Tage sollten wir uns in unseren Kalendern anstreichen. Wenn wir das nämlich konsequent täten, würde uns schnell klar, dass jeder Tag besonders ist. Nicht als Jahrestag, sondern weil wir jeden Abend ins Bett gehen und (fast) immer etwas Wundervolles erlebt haben. Und damit einen Grund haben, uns auf den nächsten Tag zu freuen. Namaste.

PS: Wenn du auch jeden Tag Yogatag feiern willst, habe ich einen Buchtipp für dich:

Der Pfad des Yoga, 365 meditative Betrachtungen von Rolf Gates

Das Buch ist entweder direkt beim riva Verlag oder bei Amazon erhältlich.

Hinweis: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem riva Verlag entstanden.

Fotos: Liza Meinhof

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