Was Yoga mit dir macht – Teil 8: Dein Zeitmanagement

Wir haben doch keine Zeit!

Der erste Kalauer diesmal gleich zum Einstieg: Eigentlich wollte ich diesen Artikel schon viel früher schreiben, ich hatte bloß keine Zeit dafür. Hahaha. Aber letzte Woche habe ich nach einigen Monaten mal wieder einen alten Freund getroffen und nachdem ich ihm gesagt habe, was bei mir gerade alles passiert, hat er mich angeschaut und gefragt, wann ich eigentlich schlafe. Okay, ich habe wirklich etwas viel Programm gehabt die letzten Monate. Und je näher das Ende auf diesem Planeten rückt, desto wertvoller erscheint die Restlebenszeit. Aber irgendwas ist halt auch immer…

Das Unwort des Lebens.

Der Duden ist auch Yoga, oder? (Achtung, noch ein Kalauer: Yogaduden. Yogadude-n!) Ich stelle mir zum Beispiel vor, dass die schlauen Menschen dort das ganze Jahr meditieren, um schließlich das Wort und das Unwort des Jahres zu küren. Mit luftigen Baumwollhosen, gemütlichen Sitzkissen (in Buchform), Räucherstäbchen und allem Zubehör. Aber ganz egal, was die Duden-Dudes (fast ein Kalauer) dieses Jahr küren: Mein Unwort des Lebens ist „Zeitmanagement“. Als hätte die Art, wie ich meine Zeit organisiere (oder auch nicht,) irgendeinen bremsenden Effekt auf das Fortschreiten des Seins. Anstatt meine Zeit zu managen – also zu planen, organisieren und analysieren – will ich sie doch einfach nur genießen.

Zeit hat man nicht, man nimmt sie sich.

Das mit dem Genießen der Zeit ist schwierig, wenn man gefühlt überhaupt keine Zeit hat. Und so einfach alles stehen und liegen lassen, um das Leben zu chillen, geht ab einem gewissen Punkt leider auch nicht mehr. Bei allem, was ich gerade auf dem Ticker habe, sind etliche Dinge dabei, die ich mir nicht freiwillig ausgesucht habe. Aber auch Dinge, auf die ich nicht verzichten will. Yoga zum Beispiel, dafür nehme ich mir immer Zeit, mal mehr, mal weniger. Genetisch bin ich dafür aber klar bevorteilt: Als geborener Frühaufsteher übe ich meistens morgens vor der Arbeit. Aber selbst das geht nicht immer, vor allem seit wir ein Kind haben, das auch gerne mal früh aufsteht (so viel zu den Genen). Und ich kann beim besten Willen nicht von 5:00 bis 6:00 auf die Matte, das ist sogar mir zu krass.

Sonst artet das ja noch in Stress aus!

Als ich gemerkt habe, dass mir alles etwas zu viel wird, habe ich kurzerhand meinen Job gekündigt. Das war aber auch ein echter Zeitfresser. Weil ich aber trotzdem die Miete zahlen muss, arbeite ich jetzt freiberuflich und das kommt meiner Yogapraxis sehr entgegen: Wenn ich zuhause arbeite, kann ich locker eine Yoga-Mittagspause im Studio oder im Wohnzimmer einlegen, weil ich meine Arbeitszeit frei einteile. Und wenn ich beim Kunden arbeite und alles eine Zeit lang etwas stressig ist, mache ich auch mal ein paar Tage halblang mit dem Yoga üben. Weil ich weiß, dass wieder Tage mit mehr Freizeit kommen, an denen ich auch tagsüber im Studio eine Klasse besuchen kann. Ich nutze also die Zeit, wenn sie mir gegeben ist, nehme aber auch hin, dass es manchmal stressige Phasen mit weniger Yoga gibt. Okay für mich.

Das alles und noch viel mehr.

Natürlich kann nicht jeder seinen Job kündigen, um mehr Zeit für Yoga zu haben. Aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, auf der Matte richtig Gas zu geben, auch wenn man eigentlich keine Zeit hat: Im Urlaub zum Beispiel genieße ich die tägliche Praxis. Oder in der anstehenden Elternzeit: Einfach mal im Park die Matte ausrollen und das schlafende Baby daneben legen, hat schon beim ersten Kind gut funktioniert. Was ich auch immer häufiger mache, sind die Jivamukti Magic 10, eine 10-Minuten-Sequenz mit Asanas, die mich richtig gut in den Tag bringt. Zehn Minuten hat ja nun wirklich jeder, allein das Lesen dieses Artikels (mit Bildern) dauert ungefähr so lange.

Donnerstag, 23:42. Ab ins Bett!

Wie bereits erwähnt, wollte ich diesen Beitrag schon längst geschrieben haben. Heute hatte ich mir extra Zeit dafür eingeplant, allerdings kam mal wieder was dazwischen, darum gehe ich jetzt auch gleich ins Bett. Mein Fazit zum Thema Zeitmanagement bleibt: Ich mag das Wort nicht, irgendwie fühlt es sich falsch an. Zeit lässt sich nicht ändern, sie tickt und tickt und tickt. Und mit Yoga oder ohne: Es gibt jeden Tag nur einmal und kostbar sind sie alle. Mein Ansatz zum Zeitmanagement: Mehr schöne Dinge tun, nichts bereuen und Prioritäten setzen, wo es geht. Ich habe einen wichtigen Schritt gemacht und fühle mich sehr gut damit, auch wenn es mal wieder etwas viel ist. Weil ich weiß, dass auch wieder andere Zeiten kommen. Namaste.

 

Die wunderbare Ohmee Yoga-Shorts und der Ohmmee Hoodie auf den Bildern wurden mir von BeeAthletica freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Die vorteilhaften Fotos sind von Liza Meinhof.

 

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