„Yoga für Faule“ –Thai Yoga Massage

Ein mathematisches Problem.

Zu den vielen Dingen, die ich in meiner ersten Yogaklasse als Lehrer gelernt habe, gehört, dass Zeit endlich ist. Während des Unterrichts linste ich immer wieder mal heimlich auf die Uhr, um zu checken, ob ich noch im Timing bin. Und relativ bald war klar: Ich bin es natürlich nicht. Also musste ich mein säuberlich notiertes Stundenkonzept spontan mehrmals modifizieren, um nicht gleich bei der Premiere so hart zu überziehen, wie Thomas Gottschalk zu besten „Wetten Dass?“-Zeiten. Ebenfalls ein Kampf gegen die Uhr waren am Ende der Stunde übrigens auch die Nackenmassagen in Savasana. Wenn du – als schüchtern-unerfahrener Neuling wie ich – gleich mal 20 Hälse durchkneten willst, musst du dich ganz schön ranhalten. Mir ist es leider nicht gelungen, alle SchülerInnen mit einer Massage zu erfreuen – und das, obwohl ich doch seit Neuestem von meinen Berührungsängsten geheilt bin.

Massage! Massage!

Achtung, Vorurteile: Wenn man die Worte „Thai“ und „Massage“ kombiniert, haben viele Menschen gleich eine Meinung. Die kann von den eher unseriösen „Massagesalons“ in den Straßen Neuköllns herrühren oder den Asiatinnen (Thai?), die an spanischen Badestränden ihre entsprechende Handarbeit anbieten (und ihr Arbeitsgerät zwischen den Kunden leider nicht zu waschen scheinen). Fakt ist: Wenn ich selbst „Thai Massage“ höre, denke ich an irgendwas, was mein dreijähriger Sohn nicht sehen sollte. Also bisher war das so. Und das ist leider schon wieder so endlos schlecht, weil es mich
a) als den Hinterwäldler aus dem ländlichen Baden-Württemberg entlarvt (der ich tatsächlich bin). Und ich
b) noch niemals eine Thai Massage bekommen habe. Und noch schlimmer ist, dass ich
c) ein Yoga Teacher Training gebraucht habe, um zu erkennen, dass eine Thai Massage bzw. Thai Yoga Massage etwas Wunderbares ist. Etwas, das am ganzen Körper MIT AUSNAHME der Genitalien stattfindet und nicht umgekehrt.

Thai? Yoga? Was?

So, nachdem die ersten Vorurteile mal von der Matte sind (es gibt keine Massageliege, damit der Massierende sein Körpergewicht besser zur Übertragung von Druck, Kraft und Energie einsetzen kann), gleich der nächste Schocker: Die Klamotten bleiben an. Damit ist die Thai Yoga Massage für Voyeure weniger interessant als ein Gang zur Toilette. Aber auch das Wort „Massage“ ist eher irreführend, denn diese Technik verbindet Akupressur, Dehnung, Energiearbeit und Meditation zu etwas, was in Thailand locker als medizinische Behandlung durchgeht.

Und das alles passiert während einer Thai Yoga Massage-Session wirklich:

  • Der Körper wird behutsam in verschiedene Haltungen gedehnt („passives Yoga“)
  • Die Gelenke werden dabei passiv bewegt und mobilisiert
  • Der Körper wird gelockert und massiert

Dadurch werden außerdem die inneren Organe stimuliert und verschiedene Energiekanäle und -punkte aktiviert. Alles klar? Organe und Energiepunkte und sonst nichts. Schön ist es aber trotzdem.

Und das kann man an einem Wochenende lernen?

Eher nicht, denke ich. Zumindest habe ich nach dem Workshop im Teacher Training noch einmal meine Frau thaiyogamassiert und ich muss – vorsichtig ausgedrückt – nochmal ein, zwei Sachen nachschlagen. Aber ein paar Moves und Tricks aus der Thai Yoga Massage lassen sich am Ende der Yogaklasse als Lehrer doch ganz gut einsetzen. Und obwohl bei der traditionellen Thai Yoga Massage keine Öle oder Lotionen zum Einsatz kommen, mag ich es bei der kleinen Savasana-Massage ganz gerne, wenn ich etwas Wohlriechendes auf meinen Händen habe. Weil ich zurzeit mal wieder etwas im Stress bin, habe ich mir den Gang in die Drogerie gespart und mir zum Testen bei der Shop Apotheke drei Massageprodukte bestellt und ausprobiert.

  1. Kneipp Leichte Körperlotion Mandelblüten Hautzart
    Leicht süßlich im Geruch zieht diese Bodylotion sehr gut ein. Die massierte Haut fühlt sich danach prima gepflegt an, für beide Beteiligten macht diese Lotion ein super Savasana-Feeling und ist auch zu den Klamotten recht freundlich.
  2. Hildegard von Bingen Jojoba Öl
    Fast geruchsneutral bietet dieses Öl das totale Massagefeeling. Haut gleitet auf Haut und es dauert eine Weile, bis das Produkt eingezogen ist. Beim Massieren wird die Haut schön warm, allerdings hinterlässt das Öl Spuren auf der Kleidung.
  3. Schupp Massage-Lotion Relax
    Der totale Duft-Flash – genau so muss Yoga riechen. Die Lotion fühlt sich auf Anhieb gut an und zieht beim Massieren schnell in die Haut ein. Für mich der Favorit für die Yogaklasse, bald werden wohl auch meine SchülerInnen nach der Schupp Lotion duften.

Thai Yoga Massage ist nichts für Weicheier.

Für mich gehört diese ganze Massage-Sache zu den anspruchsvollsten Disziplinen des Yogalehrplans. Jeder Körper fühlt sich anders an und reagiert anders und man will am liebsten jedem Schüler das ganze Programm gönnen. Das allerdings dauert aber mindestens eine, gerne auch mal zweieinhalb Stunden. Und so viel überzieht dann nicht mal der gute alte Tommy (Gottschalk). Dazu kommt, dass es körperlich ganz schön schlaucht, jemandem eine entspannende Thai Yoga Massage zu geben, denn da ist voller Körpereinsatz gefragt. Auch wenn es nur die ein oder zwei „Zaubertricks“ in Savasana sind. Also schenk‘ deinem Yogalehrer nach der Klasse ein Extralächeln, wenn er am Schluss der Stunde etwas länger bei dir Halt gemacht hat. Er hat es sich verdient. Namaste.

PS: Die Thai Yoga Massage wird wegen der passiven Asanas, in die man bewegt wird, auch „Yoga für Faule“ genannt.

Hinweis: Dieser Beitrag ist mit Unterstützung der Shop Apotheke entstanden.

Fotos: Liza Meinof

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