Studio-Check – Patrick Broome Yoga München

Am Anfang erst mal Misstrauen

Wenn jemand sein Yogastudio nach sich selbst benennt, kann das mehrere Gründe haben: Entweder ist die Person wirklich sehr von sich überzeugt oder es handelt sich um eine sehr kleine Schule, in der eigentlich niemand anderes arbeitet. Oder aber der Namensgeber ist eine Institution in Sachen Yoga und es liegt absolut nahe, die Yogaschule nach ihrem Gründer zu benennen. Nachdem ich schon einiges von (Dr.) Patrick Broome gehört habe und mittlerweile in München lebe, war es an der Zeit, der Sache auf den Grund zu gehen. Mal sehen, ob der Doktor hält, was er mit seinem guten Namen verspricht.

Zu viel des Guten?

Von den Patrick Broome Yoga Studios habe ich eigentlich noch gar nicht so viel gehört, wohl aber vom Gründer. Geboren in Deutschland und aufgewachsen in Kalifornien, war er den in den 90ern ganz vorne mit dabei, als mein geliebtes Jivamukti Yoga nach Europa kam. In seinen mittlerweile drei Yogastudios in München unterrichtet er jede Woche mehrmals selbst und hat außerdem noch Zeit, die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft als Oberyogi zu betreuen. Mit seinen langen Haaren und dem lässigen Surfer-Look hat Patrick außerdem echtes Rockstar-Potenzial, was eventuell auch einige Yoginis in seine Klassen lockt.

Von meiner Seite bekommt Patrick Broome fürs berufliche Gesamtkonzept auf jeden Fall schon mal fünf von fünf Sternen:

  1. Lange Haare.
  2. Jogginghose.
  3. Barfuß.
  4. Macht sein eigenes Ding.
  5. Kann während der Arbeitszeit kostenlos DFB-Länderspiele im Stadion gucken.

Läuft bei ihm.

Patrick Broome Yoga „Studio City“

Yoga Studio City

Da diese Reihe „Studio-Check“ und nicht „Traumjobs in meinem Phantasieleben“ heißt, will ich auch ein paar Worte zu den Yogaschulen loswerden. Zuerst habe ich mir das Flaggschiff angeschaut, das „City Studio“ am Amiraplatz. Das Studio ist sehr zentral gelegen, also zumindest, wenn man in der Innenstadt arbeitet oder (einen anderen Job hat als ich und) dort wohnen kann. Das Gebäude wirkt von außen etwas unscheinbar, wenn man sich durch den eher sachlich-funktional gestalteten Eingangs- und Treppenhausbereich gekämpft hat, betritt man allerdings eine Oase der Ruhe: Sehr helle Räume, in denen sich angenehm Mensch sein und Yoga praktizieren lässt. Aufgrund der Münchener Immobilienpreise sind lediglich der Eingangsflur und die Männerumkleide etwas knapp geraten. Aber das ist meine neue Wohnung in München nach opulenten Altbaujahren in Berlin-Neukölln auch. Haha.

Patrick Broome Yoga „Studio City“ 

Yoga Studio Lehel

Für alle Nicht-Münchener vorab: Lehel ist ein Stadtteil und ich weiß noch nicht genau, wie man das ausspricht. Und Patrick Broome Yoga in Lehel ist so etwas wie der kleine Bruder des City Studios – allerdings mit richtig viel Tageslicht, zumindest für diejenigen, die es tagsüber hier her schaffen. Lehel ist mein Favorit unter den drei Patrick Broome-Studios, mit seinen großen Fenstern und den freigelegten Ziegelwänden übt es einen gewissen Berlin-Charme auf mich aus. Die Umkleide (für Jungs) war zwar auch etwas knapp bemessen, ich war allerdings der einzige männliche Yogi, als ich dort war. Punktabzug gibt es lediglich für die akustische Situation: Wenn im Flur jemand spricht, hört man im Übungsraum jedes Wort.

Patrick Broome Yoga „Studio Lehel“

Yoga Studio Schwabing

Das Studio Schwabing ist für mich so etwas wie das Überraschungs-Ei unter den Yogaschulen. Denn Schwabing ist für mich Zugezogenen ein Synonym für Münchener Schickeria mit Gelfrisuren und Cabrios in zweiter Reihe geparkt. Im Studio habe ich dann gefühlt das Gegenteil erlebt: Durch die Nähe zur Uni bestand ein großer Teil der Schüler aus Studenten, für die es dort auch spezielle Rabatte gibt. Statt den 350 Euro-Funktionsfaser-Outifts trägt frau dort auch mal ein Jägermeister-T-Shirt zur Leggings. Die Räumlichkeiten selbst sind auch eher bodenständig aber ebenfalls mit Tageslichtfenstern ausgestattet (ich mag frische Luft). Wie in den beiden anderen Schulen war man auch hier super nett zu mir, obwohl ich als Tester natürlich inkognito vor Ort war und brav bezahlt habe.

Frauenumkleiden im "Studio Lehel"
Frauenumkleiden im „Studio Lehel“

Der Name ist Programm

Du liest immer nur Fenster? Stimmt irgendwie. Bei all der Schwärmerei für Maueröffnungen habe ich es dann aber auch tatsächlich noch auf die Matte geschafft und verschiedene Klassen besucht. Dabei war zum Beispiel eine „Absolute Beginner“-Klasse, in die ich einen Yoga-Novizen begleitet habe. Natürlich war das eigentlich nichts für fortgeschrittene Yogis, aber für Anfänger sehr gut gestaltet. In der Open Class bei Patrick selbst war sein Jivamukti-Hintergrund deutlich zu spüren, nicht nur die Musikauswahl war nach meinem Geschmack. Souverän und mit viel Präsenz und Assists hat er uns kurzweilige 90 Minuten herausgefordert und dabei im ganzen (voll belegten) Raum viel gute Laune verbreitet. Das einzige Kriterium, dass ich an „Rockstar“-Yogalehrer habe, ist, dass sie eine verdammt gute Yogaklasse unterrichten und das hat er für mich voll und ganz erfüllt. Deshalb geht es für mich als Fazit absolut in Ordnung, dass der Mann mit seinem guten Namen für seine Studios steht. Er (und sein Team) machen einen guten Job, auch für Nicht-Nationalspieler. Namaste.

PS: Du findest „dein“ Yogastudio auch ziemlich gut und würdest es gerne mal von mir checken lassen? Dann schreib mir gerne eine Nachricht oder einen Kommentar hier im Blog.

Eingangsbereich im „Studio City“

Hier findest du die Patrick Broome Yoga Schulen:

Yoga Studio City
Amiraplatz 3 · Luitpoldblock · 1. Etage
80333 München
tel: 089 45 22 58 22
info@patrickbroome.de

Yoga Studio Lehel
Robert-Koch-Straße 13
80538 München
tel: 089 45 24 98 28
info-lehel@patrickbroome.de

Yoga Studio Schwabing
Schellingstraße 63
80799 München
tel: 089 54 80 69 94
info@patrickbroome.de

Weitere Informationen gibt es auf der Website von Patrick Broome Yoga: patrickbroome.de

Fotos: Patrick Broome Yoga

4 Gedanken zu „Studio-Check – Patrick Broome Yoga München&8220;

  1. Lieber Thomas,
    ich bin heute zum ersten Mal auf deinen Blog gestoßen.
    Und dann gleich dieser sehr nette Beitrag über „meine“ Yogastudios.
    Ich habe beim Lesen gegrinst und genickt.
    Vielen Dank dafür.
    Liebe Grüße
    Laura

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