Studio-Check – 148 in München

Nomen est Omen.

Jeder Unternehmensgründer steht über kurz oder lang vor der Frage, wie sein Laden heißen soll. Nach langer und ausführlicher Beobachtung haben sich für mich in Sachen Firmierung einige Berufsgruppen als besonders kreativ erwiesen: Platz 1 geht unumstritten an die Friseure: Was hier schon an Wortspielen verbrochen wurde, lässt sich eigentlich nicht in Worte fassen – die Figaros tun es aber dennoch immer wieder. Beinahe genauso haarsträubend (!) sind die Schilder über den mittlerweile omnipräsenten Burgerbratereien. Und in diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnenswert sind die Heerscharen an Startups, die offensichtlich ihren Namen nach den letzten im Internet verfügbaren URLs auswählen. Ich meine: What the fuck?

CXLVIII.

Oberklugscheißer, die wie ich in der Schule unter Latein gelitten haben, wissen, dass CXLVIII die römische Version der Zahl 148 ist. Und 148 ist auch die Hausnummer in der Münchener Theresienstraße, in der das im November eröffnete Yogastudio mit dem Namen 148 zu finden ist. Das mag zwar nicht der kreativste Name der Welt sein, er macht aber durchaus Sinn, lässt sich leicht merken und wurde innerhalb des Studios konzeptionell weiterverwendet (es gibt dort die Räume 1, 4 und 8). Spätestens jetzt könnte man auch merken, dass Roland – der Gründer des 148 – mehr als 20 Jahre in der Werbebranche selbständig war und offensichtlich genug davon hatte. Ein Lebenslauf, der sich in einigen Jahren wahrscheinlich direkt neben meinen legen lässt, jedenfalls haben wir uns auf Anhieb gut verstanden.

148 Quadratmeter (also ungefähr).

Beim Treffen vor Ort konnte ich es mir eigentlich gar nicht vorstellen: Bevor das 148 ein Yogastudio war, fand man in den Räumlichkeiten eine krasse Werkstatt für Elektrotechnik. Im Keller gab es einen kleinen Maschinenpark, der mit einem Kran entfernt werden musste, hunderte Meter alter Kabel und Leitungen mussten mit einem eigenen Container entsorgt werden. Aber es hat sich gelohnt, das Studio ist genau nach meinem Geschmack: Es gibt einen großen Übungsraum (Nummer 1) mit Tageslicht und hohen Decken, einen stilvollen kleinen Behandlungsraum mit Fenster, Massageliege und Klangschalen (Nummer 4) und einen etwas kleineren Übungsraum im Keller (Nummer 8) für Einzelstunden oder Workshops in kleineren Gruppen. Alle Räume sind minimalistisch eingerichtet, mit weißen Wänden und frisch abgezogenem Eichenparkett. Schick.

Das Yogastudio, das eigentlich keines ist.

Das 148 als Yogastudio zu bezeichnen ist nicht falsch, es ist allerdings noch viel mehr als das. Neben den verschiedenen Yogaklassen mit „Exoten“ wie Hormon-Yoga werden auch angesagte Stile wie Acro Yoga, Budokon Yoga oder auch ein Faszientraining (Body Bliss) angeboten. Roland und sein Team führen außerdem noch diverse Massagen und andere Behandlungen durch und beinahe jede Woche gibt es mindestens einen anderen Workshop im 148. Übrigens ist das auch der Grund, warum es am Wochenende keine regulären Klassen gibt, das Studio soll Samstag und Sonntag frei für Veranstaltungen sein und bleiben. Auch wenn das erst mal relativ wild wirkt (Yoga ist wild!), macht es Sinn: Weil das Studio noch ganz neu ist, will man sich erst mal Zeit nehmen und Verschiedenes ausprobieren und testen.

Von Traumhaft bis Trauma.

Wie gesagt: Das Angebot im 148 übersteigt an Vielseitigkeit so ziemlich alles, was ich bisher gesehen habe. Da bleibt sogar Raum für wirklich ernsthafte Dinge. Denn auch wenn wir Yogis immer so tun, als sei alles schön und gut und tralala, passieren auf der Welt auch mal richtig unschöne Dinge, die uns als Mensch ganz schön zusetzen können. Speziell für traumatisierte Frauen bietet das 148 ab April einen sechsteiligen Kurs an. Unter dem Label „Traumasensibles Yoga“ lehrt eine eigens dafür ausgebildete Gastdozentin achtsames, sensibles Yoga, so sensibel, dass z.B. unmittelbar vor und nach den Terminen keine anderen Kurse stattfinden und die Teilnehmerinnen so einen geschützten Rahmen vorfinden. Das Trauma-Yoga ersetzt natürlich keine Therapie, kann deren Erfolg aber – wissenschaftlich belegt – beschleunigen.

148 Möglichkeiten (oder mehr).

Ich habe mir mittlerweile nicht wenige Studios angeschaut und es aufgrund der Fülle an Angeboten ist es leider unmöglich, in einem Studio alle Klassen testweise zu besuchen. Beim 148 ist das nicht anders – weil das Studio so viele unterschiedliche Klassen und Workshops anbietet, müsste ich über mehrere Wochen hinweg relativ viel Zeit dort verbringen. Was bei mir aber positiv hängen bleibt, ist der tolle Gesamteindruck: Roland, der Gründer des 148, ist ein super angenehmer Typ und sein Studio macht wirklich was her. Dass zum Teil an manchen Ecken noch etwas improvisiert wird, finde ich eher charmant als alles andere. Roland und sein Team arbeiten daran, eine ganzheitliche Yoga-Vielfalt anzubieten und machen das richtig, richtig gut. Ich freue mich auf alles, was da noch kommt. Namaste.

PS: Am 29. Und 30.4. findet ihr das Team vom 148 mit einem Stand auf der YogaExpo München. Schaut doch mal vorbei.

 

148 Ausatmen.Einatmen
Theresienstraße 148
80333 München
www.einsvieracht.de

 

Kurzer Hinweis: Auch wenn meine Studio-Checks eine willkommene Werbung für die Yogaschulen sind, bekomme ich (mit Ausnahme einer Gratisklasse) kein Geld dafür. Ich schaue mir gerne Studios an und teile meine Eindrücke hier im Blog. Wenn du ein absolutes Lieblingsstudio hast, über das ich unbedingt mal schreiben sollte, schick mir gerne eine Nachricht.

Fotos: 148 / Roland Eckert

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