Sex & Yoga & Rock’n’Roll – Yoga und Musik

Rock’n’fucking’Roll!

Wir alle haben in unserem Leben viele Rollen. Ich bin momentan die meiste Zeit Vater, Werber, Ehemann, Yogi und Blogger. Es gab aber auch mal eine Zeit, in der ich fast ausschließlich Musik gemacht habe. Mit der Band geprobt, Songs geschrieben, Platten aufgenommen, Konzerte und Festivals gespielt – das ganze Paket, mit allem Drum und Dran. Grund genug also, dass der Yogadude sich endlich mal mit dem Thema „Yoga und Musik“ auseinandersetzt.

Musik beim Yoga – keine Frage?

Wenn es nach mir geht, lautet die Frage nicht, ob man beim Yoga Musik hören will, sondern welche Musik man dabei wie laut aufdrehen kann. Ich bevorzuge ja Jivamukti Yoga, wo die Musik elementarer Teil der Praxis ist. Das beginnt mit etwas Chanting zu Beginn der Klasse und setzt sich dann bis zum Savasana mit verschiedenen Titeln und Stilen fort. Ich mag das, kürzlich war ich bei Peace Yoga in Berlin in einer ausgebuchten Klasse und meine Matte war gezwungenermaßen so positioniert, dass mein Kopf quasi in einem der Subwoofer lag. Das war schön.

Yogadude in Rock Star Pose

Es gibt aber auch Stimmen, die gegen eine musikalische Begleitung der Yogaklassen sind, weil die Musik vom fokussierten Atmen ablenken kann . Kann ich nachvollziehen. Auch gibt es verschiedene Meinung dazu, ob man eher instrumentale Tracks oder Stücke mit Gesang hören soll, hier geht es in der Diskussion ebenfalls meistens darum, ob die Musik von der Praxis ablenkt.

Nichts muss, alles kann

Ich habe in meiner relativ kurzen Yogi-Laufbahn ganz sicher noch nicht annähernd alles gesehen, aber bestimmt schon alles gehört. Je nach Yogatradition und/oder Lehrer wird deine Yogaklasse untermalt von traditionellen Indischen Klängen oder aber etwas poppigeren Tracks, die von den Traditionals stark beeinflusst sind. Die nativen Sachen aus Indien mag ich, weil ich mir vorstelle, dass die Jungs von Led Zeppelin so was in den 70ern beim Kiffen gehört haben. Und bei den Pop-Nummern gibt es ebenfalls viel Hörenswertes, allerdings auch wirklich viel Schrott. Spiritualität alleine macht eben noch keinen guten Sound. Kürzlich habe ich mal eine Klasse besucht, in der übermäßig weich gewaschener Eso-Pop gespielt wurde. Damit konnte ich leider gar nichts anfangen, das ist für mich das musikalische Pendant zur Buddha-Statue im Friseursalon. Aber natürlich ist das Geschmackssache. Wenn es nach mir ginge, würde ja immer und überall Rock und Metal gespielt werden, auch beim Yoga.

Yogadude mit Gibson Les Paul

Mach das mal lauter/leiser

Warum ich nie mehr ohne Musik Yoga üben will:

  1. Beim Chanten zu Beginn der Klasse entsteht eine „verschworene Gemeinschaft“ und ein unglaubliches Energielevel, außerdem beginne ich schon da, meinen Atem zu kontrollieren.
  1. Dynamische Musik gibt mir „Rückenwind“ für schnelle und/oder kraftraubende Sequenzen, das kennt man ja vom Laufsport etc.
  1. Lächeln ist beim Yoga essenziell, nicht nur weil es besser aussieht. Ordentliche Musik hilft dabei.
  1. Bei manchen Titeln singen manche Yogis manchmal leise mit. Ich liebe diese Intimität.
  1. Beim Ujjayi-Atem kann ich (wenn die Musik laut genug ist) richtig Gas geben, ohne mich wie ein Triebtäter zu fühlen.

Warum Musik mir beim Yoga endlos auf die Nerven gehen kann

  1. Beim Chanten singen (in Einzelfällen) Yogis total daneben, aber voller Inbrunst.
  1. Ich verstehe oft die Lehrerin nicht, wenn die Musik zu laut ist.
  1. Bei der Meditation höre ich die eigenen Gedanken nicht und kann sie so nicht verjagen.
  1. Bei manchen Titeln singen manche Yogis manchmal laut mit. Und falsch.
  1. Beim Ujjayi-Atem finde ich keinen Rhythmus, weil ich als Mann ENTWEDER den Takt der Musik hören ODER meine Atmung kontrollieren kann.

Die ultimative Männeryoga-Playlist

Na ja, sie ist wahrscheinlich auch für Frauen geeignet. Und eigentlich ist es meine persönliche ultimative Yoga-Playlist für 90 Minuten Mattenspaß. Handselektiert und 100% old school.

Die Entscheidung liegt bei dir

Ob du mit Musik übst und welche Titel du dabei bevorzugst, liegt im Endeffekt bei dir. Also, wenn du alleine übst. Wenn du immer zu denselben Lehrern in die Klasse gehst, weißt du aber auch, was dich erwartet. Ich freue mich immer, wenn ich was Neues in der Yogaklasse kennenlerne. Hauptsache, es rockt! Namaste.

PS: Viele Yogalehrer veröffentlichen die Playlists zu ihren Klassen auch bei Spotify, z.B. Rebecca von Fuck Lucky Go Happy oder Dana von Days of Yoga.

 

Bilder von Liza Meinhof