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Papasana – Yoga für (junge) Väter

Einige Monate bevor meine Frau mit unserem Sohn schwanger wurde, habe ich begonnen regelmäßig Yoga zu praktizieren. Interessant, wie beides seitdem mein Leben beeinflusst hat.

 

Vor der Geburt

Bis zu 12 kg Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sind ganz normal. Für Frauen. Als Mann sollte man unbedingt rechtzeitig entgegenwirken – z.B. mit intensiver Asanapraxis. Wer noch nie Yoga gemacht hat, hat jetzt die einmalige Chance mit der Frau zum Schwangerschaftsyoga gehen.

Vor dem „Tag X“ – der Geburt – muss übrigens wahnsinnig viel erledigt werden: Arztbesuche, Vorschlafen und -kochen, Kinderzimmer einrichten, ein letzter Kurzurlaub zu zweit und alles andere, wofür man sich nach der Geburt keine Zeit nehmen kann oder will. In meinem Fall hieß das: Arbeiten wie verrückt und jede Woche 1.500 Kilometer durch die Republik pendeln. Meine Yogapraxis hat mir in dieser stressigen (aber auch wunderbaren) Zeit geholfen, immer wieder Ruhe zu finden und meine Gedanken zu ordnen.

 

Das Baby ist da

Direkt nach der Geburt ist man um alles froh, was man vorher erledigt hat. Zum Beispiel schlafen, denn damit ist jetzt erst mal Schluss. Und das macht sich relativ schnell auch beim Yoga bemerkbar, z.B. wenn du beim Savasana sofort einschläfst, noch bevor die Klasse überhaupt begonnen hat. Immerhin haben wir Yogis dafür einen starken Rücken. Und den brauchen wir jetzt auch, um das Baby vier Mal pro Nacht aus dem Bettchen zu holen, zu wickeln, zu füttern oder einfach nur mal eineinhalb Stunden durch die dunkle Wohnung zu tragen. Für die Yogapraxis bleibt jetzt erst mal wenig Zeit, die ist aber auch gar nicht mehr so wichtig.

 

Nach 6 Monaten

Im ersten halben Lebensjahr des Kindes altert der Vater statistisch betrachtet etwa zehn Jahre. Ein guter Zeitpunkt sich mit Tränensäcken und ersten grauen Haare anzufreunden.

Dafür ist im Familienleben immerhin eine gewisse Routine eingekehrt: Ständig ändert sich alles und fünf Stunden kumulierter Schlaf gelten als Nacht. Wellness Tipp: Elternzeit! Haben wir nach sechs Monaten gemacht, einen ganzen Monat in einem Dachterassen-Appartement in Barcelona. Perfekte Bedingungen für #yogaeverydamnday, Baby, dort habe ich auch das erste Mal Yoga bei Sonnenaufgang am Strand gemacht. Unbedingt empfehlenswert!

 

Sonnenaufgang-Yoga in Barcelona
Sonnenaufgang am Strand in Barcelona

 

Und mit zwei Jahren so

Wenn ich heute bei der Home Practice allein sein will, muss ich entweder richtig früh aufstehen oder noch relativ spät üben (Stichwort: Hunger!). Ansonsten teile ich mir die Matte garantiert mit einem Zweijährigen, neben dem ich in Sachen Beweglichkeit alt aussehe und der sich gerne während meines konzentrierten Kopfstands mit Anlauf gegen meine Beine wirft. Es bleibt aber immer noch genug Zeit für Yoga in meinem Leben und nach wie vor hilft es mir sehr dabei, meine Emotionen zu verarbeiten und auch nach einem harten Tag wieder ausgeglichen zu sein. Mit dem fehlenden Schlafentzug steigt auch die körperliche Leistungsfähigkeit jeden Tag. Und das ist auch gut so, denn tendenziell wollen die Kinder auch dann noch durch die Gegend getragen werden, auch sie über 12 Kilo wiegen.

 

Mein Fazit als Yogadaddy

Yoga ist für Väter quasi gemacht, es bereitet uns Männer auf die neue Rolle in der Familie vor und gibt uns Kraft und Ruhe, sie gut erfüllen. Unser Sohn findet es außerdem relativ lustig, wenn Papa sich im Wohnzimmer verbiegt und da die Yogamatte immer mit uns reist, gibt es sogar einen Hauch von Abenteuer. Zum Beispiel am Strand oder beim Camping. Und weil ich davon ausgehe, dass Söhne immer das Gegenteil von dem machen, was ihre Väter tun, bin ich sehr gespannt, was das Gegenteil von Yoga sein soll. Sollte es etwas mit Rockmusik oder Fußball zu tun haben, wäre ich nicht der unglücklichste Vater der Welt.

Shanti.

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