Yogadude Earlybird-Yoga

Der frühe Vogel kann mich mal – 10 Gründe gegen Earlybird-Yoga

Es reicht.

Schon als blutjunger Neu-Yogi habe ich damit begonnen, morgens Earlybird-Yoga zu praktizieren. Entweder zuhause vor der Arbeit oder in der 8-Uhr-Klasse im Studio meiner Wahl. Dann haben wir ein Baby bekommen und das Studio war morgens erstmal weitgehend gestrichen. Dafür konnte ich das süße kleine Ding – wenn es schon früh wach war – einfach neben meine Matte legen und da blieb es auch gerne und hat sich über Küsschen zwischen den Asanas gefreut. Heute ist das süße kleine Ding fast vier Jahre alt, braucht mehr Platz im Bett als meine Frau und ich zusammen und hat außerdem noch eine kleine Schwester. Das bedeutet konkret: Wir schlafen wenig bis schlecht und ungestörtes Morgenyoga ist zum Luxusgut geworden. Kinder gehen früh ins Bett, das macht sie abends relativ pflegeleicht. Morgens haben sie dafür einen übervollen Akku, weil sie die „goldenen Stunden“ zwischen 21 Uhr und Mitternacht nicht mir Netflix oder Hobbys verbracht haben. Fakt ist: Ich bin müde und mir geht langsam die Puste aus.

Yogadude Earlybird-Yoga

Ein gesunder Start in den Tag.

Yoga am Morgen vertreibt zwar nicht chronische Übermüdung, aber immerhin einige andere Unschönheiten. Erfahrene Yogis schwören darauf, habe ich ja auch immer getan. Man beginnt den Tag mit etwas Schönem, etwas, das man liebt. Man hat die Möglichkeit mit einer Meditation die Gedanken erst mal auf Null runter zu fahren. Man startet seinen Körper mit einem sanften Work-Out und bereitet den Rücken auf den Tag im Büro vor. Und genießt dabei vielleicht sogar noch einen Sonnenaufgang. Hach! Es gibt so viele Gründe, frühmorgens zu üben. Aber es gibt mindestens genauso viele, es nicht zu tun. Hier sind meine Top 10-Argumente gegen Earlybird-Yoga:

1. Nachwuchs
Die Kinder wollen frühstücken/spielen/aus dem Haus gehen oder blockieren die Matte einfach um dir auf den Zeiger zu gehen.

2. Schwerkraft
Du startest mit einer Liegemeditation in deinem Bett und wachst zwei Stunden später wieder auf.

Yogadude Earlybird-Yoga

3. Blackout
Du beginnst die Klasse mit Savasana und beendest sie auch so. An alles dazwischen erinnerst du dich leider nicht.

4. Narkolepsie
Bei jeder Asana, bei der du den Rücken mehr als 30° nach hinten neigst, schläfst du sofort ein.

5. Suchtverhalten
Du störst die anderen Schüler im Studio, weil du die Klasse mehrmals verlässt, um Kaffee nachzugießen.

6. Dresscode
Du übst im Studio und hast mal wieder keine Hose an.

Yogadude Earlybird-Yoga

7. Gesicht
Dein Gesicht sieht noch so aus wie der Negativabdruck deines Kopfkissens und die anderen Yogis fürchten sich vor dir.

8. Chhhhrrrrrr
Dein erstes Om geht direkt in ein sattes, zufriedenes Schnarchen über.

9. Chhhhrrrrrr
Du hast es gar nicht erst geschafft, wach zu werden.

10. Kein Bock.
Du hast einfach keine Lust, dir das so früh am Tag anzutun.

Yogadude Earlybird-Yoga

Es gibt 1.000 gute Gründe.

Wie bereits erwähnt, ich mag es wirklich den Tag mit einer Runde Yoga zu beginnen. Aber in letzter Zeit hat das angefangen in Stress auszuarten. Immer noch früher aufstehen, die Kinder beruhigen, durch die Asanas hetzen. Das alles macht für mich keinen Sinn mehr. Mein Yoga soll mir in erster Linie Spaß machen und wenn ich mich dafür morgens um halb sechs regelrecht auf die Matte quäle, ist der Spaßfaktor eher gering. Der Rest des Tages ist noch anstrengend genug, dann sollte wenigstens der Anfang etwas entspannt sein. Deshalb gibt es Earlybird-Yoga für mich nur noch, wenn die Rahmenbedingungen passen. Dasselbe gilt auch für die tägliche Meditation – die tut mir nach einem langen Tag nämlich mindestens genauso gut wie in der Frühe. Und meine neue Morgenroutine kann sich ebenfalls sehen lassen: Sobald das erste Kind wach wird, mache ich mir einen Kaffee und wir kuscheln uns auf die Couch, um die Eichhörnchen im Garten gegenüber zu beobachten. Namaste.

Fotos: Liza „Schlaf ist überbewertet“ Meinhof

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