Extrem-Yoga – Teil 3: Pop Up Yoga im Autohaus

Willkommen im Yoga-Wanderzirkus.

Etwa zwei Drittel aller Autokäufer bleiben ihrer Marke beim Neuwagenkauf treu, kaufen also wieder ein Modell ihres aktuellen Herstellers. Wir Yogis sind mindestens genauso markentreu: Die meisten von uns gehen immer in „ihr“ Studio, viele haben sogar ihre Lieblingslehrer/innen. Wenn man nicht ständig neuen Yogalehrern zuhören, seine Matte aber gerne immer wieder woanders parken möchte, sollte man Pop Up Yoga ausprobieren. Hier in München gibt es das gleich in mehreren Modellvarianten und mit unterschiedlichem Zubehör, zum Beispiel mit Gina und Terry von Pop Up Yoga München. Die beiden geben regelmäßig Yogaklassen an spannenden Orten, zum Beispiel im Konzerthaus, in Museen oder imposanten Outdoor-Locations. Letzte Woche habe ich die beiden für eine Probefahrt im MVG-Museum bei der von Sport Scheck gesponserten Sunrise-Klasse besucht, diese Woche wollte ich eine zweite Runde mit ihnen drehen. 

Das Beste oder nichts.

Obwohl ich mich mit dem Schickimicki-München etwas schwertue, hat mich der Ort für die Pop Up Yogaklasse gleich gereizt: Der Showroom einer deutschen Premium-Automarke direkt am Odeonsplatz. Natürlich sind Yoga und ein Kfz.-Hersteller mit Stern gedanklich mindestens durch eine achtspurige Autobahn voneinander getrennt, aber ich mochte die Idee, zwischen den PS-geladenen Nobelkarossen meine Yogamatte auszurollen und mir etwas Gutes zu tun ohne viel Geld dafür auszugeben.
Als ich am Donnerstag im Autohaus ankam, wurde ich freundlich empfangen: Vor der Tür kam ich gleich mit netten Leuten ins Gespräch und einige Gesichter kannte ich sogar noch von der Pop Up-Klasse letzte Woche. Schön. Im Showroom hatte man extra für uns einige hunderttausend Euro Blech und Kunststoff beiseite gerollt, damit wir genügend Platz für unsere Matten hatten. Und ich muss zugeben, die Kulisse hatte etwas. Nicht zuletzt das perfekte, von Werbepsychologen und findigen Ingenieuren entwickelte Beleuchtungskonzept, ließ unsere Matten im denkbar besten Licht erscheinen.

Vorsprung durch Yoga.

Mindestens genauso erstklassig wie die Luxuskarossen in der Nobelgarage war die Yogaklasse, die wir geboten bekamen. Gina und Terry unterrichten quasi als Tag Team: Gina sitzt in Padmasana am Steuer und leitet die Stunde an, Terry macht als Beifahrerin die Übungen vor. Und das ist gut so, denn Gina ist ausgebildete Strala-Yogalehrerin und diese Stilrichtung unterscheidet sich in einigen Asanas und Abläufen von den Traditionen, die ich normalerweise praktiziere. Im Strala liegt der Fokus ganz besonders darauf, sich wirklich so zu bewegen, wie es sich gut anfühlt. Jeder darf für sich selbst entscheiden, was richtig und was falsch ist. Es geht darum in sich hinein zu spüren, sich mit sich selbst zu verbinden, ein tolles Gespür für den Körper zu bekommen und nebenbei für das Leben zu lernen, dass alles auch mit Leichtigkeit funktioniert. Das ist erst mal relativ viel Freiraum, den man als Yogi individuell füllen kann.

Show im Showroom.

Neben der Lounge-ähnlichen Atmosphäre und der bereits erwähnten perfekten Beleuchtung (die übrigens nichts, aber auch gar nichts verzeiht), waren noch zwei andere Dinge bemerkenswert: Zum einen standen um uns herum natürlich mehrere Premium-Automobile, was mich anfangs etwas irritiert hat. Ich mag ja die weite Fläche eines Yoga-Übungsraums und hier wurde dieser Raum von (aus Marketing-Sicht in perfekten Winkeln verteilten) A’s, C’s und E’s unterbrochen. Meine individuelle Lösung für diese Tatsache war es, die Autobegeisterung meines dreijährigen Sohnes gedanklich mit in meine Praxis aufzunehmen – und das war dann eigentlich ganz schön für mich. Wirkliches Neuland war aber das Üben vor Publikum. Bei der Yogaworld im Januar habe ich zwar auch schon mal vor Zuschauern praktiziert, allerdings bestanden die ausschließlich aus Yogis. Am Odeonsplatz in München standen relativ schnell ziemlich viele Rentner, Fußballfans und Bierflaschen-Hipster an der Scheibe, um zu sehen, was da vor sich ging. Oleee! Inklusive Selfies und allem Drum und Dran. Aber ganz ehrlich, ich wäre auch stehen dort geblieben: Blitzende Autos und schwitzende Popos sieht man in der Kombination nicht jeden Tag. Und wer weiß, vielleicht haben wir ja jemanden dazu gebracht, mit der Limousine zu seiner ersten Yogaklasse zu fahren.

Freude am Yoga.

Gina und Terry haben da eine wirklich tolle Event-Reihe am Start und ihre Schüler sind eine total nette Truppe. Und auch wenn ich meinem Haus-und-Hof-Studio natürlich treu bleiben werde: Etwas Abwechslung bringt frischen Wind in die Yoga-Beziehung. Ich war nicht zum letzten Mal beim Pop Up Yoga und bin schon sehr gespannt, wohin es uns in den nächsten Monaten noch verschlagen wird. Zwar fand ich die Mischung aus teuren Autos und Zuschauern an der Scheibe beim Yoga anfangs etwas schräg, aber dann habe ich mich schnell auch wie ein echter Yoga-Punk gefühlt. Yoga im Autohaus ist irgendwie die erwachsene Variante davon, verchromte Sterne von Kühlerhauben abzubrechen. Rock’n’Roll!  Und Namaste.

PS: Vielen Dank auch an Urban Soup für die leckeren Suppen nach der Klasse.

 

Der nächste Pop Up Yoga München-Termin ist am 23.4. in der Villa Stuck.

Auf der offiziellen Website findest du alle Infos zu Pop Up-Yoga München:

 

2 Gedanken zu „Extrem-Yoga – Teil 3: Pop Up Yoga im Autohaus&8220;

  1. Hallo Thomas,

    danke für den tollen Einblick in diese besondere Yogastunde!
    Meine Frau hat auch mal im SportScheck PhysioFlowYoga mit Alexandra Hägler praktiziert. Dort ist ihr auch die Beleuchtung aufgefallen. Das ist schon ein riesen Unterschied zu sonstiger normaler Beleuchtung 😉 Man fragt sich immer wieder, warum man überhaupt irgendwas kauft 😉
    Sie fand es auch sehr außergewöhnlich zwischen Umkleidekabinen, vor denen Kunden gerade in Sachen Sportmode beraten werden, Kleiderstangen und sonstigem Kundenverkehr Yoga zu praktizieren. Aber es war ein Heidenspaß und wird ihr immer in Erinnerung bleiben.

    Freu mich schon auf weitere Artikel von dir, va bin ich gespannt, weshalb du am Sonntag deinen Personalausweis benötigst 😉

    Namaste
    Martin

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