Extrem-Yoga – Teil 1: Snoga bei -4°C

Ich habe schon an vielen Orten Yoga praktiziert: In Yogaschulen und zuhause, auf Dachterrassen und an Stränden, in Hotelzimmern und auf Campingplätzen. Letzte Woche war ich zum Snowboarden in den Alpen und natürlich hatte ich neben der Wintersportausrüstung auch meine Yogamatte im Gepäck. Ich wollte unbedingt bei Minusgraden üben und schauen, wie sich das auf meine Praxis auswirkt. Also habe ich bei -4°C meine Matte ausgerollt und eine Stunde Yoga praktiziert.

06:30 – Aufwachen

Der Wecker klingelt, ich erwache im kuscheligen Bett der Ferienwohnung. Obwohl es undenkbar scheint, auch nur die Decke beiseite zu schieben, stehe ich auf und schaue aus dem Fenster. Und lege mich sofort wieder hin.

07:00 – Zweiter Anlauf

Den Wecker brauche ich diesmal gar nicht, ich werde von selbst wach und wäge ab, ob ich das jetzt wirklich durchziehen oder meine Matte im Wohnzimmer ausrollen soll. Nur echte Männer machen Yoga, oder? Also los.

07:15 – Das Vorprogramm

Schon beim Gang ins Badezimmer kann ich die Kälte durch meine Füße aufsteigen spüren. Nach einer Katzenwäsche bereite ich mich vor: Ein Glas Wasser vorab und das richtige Outfit, in diesem Fall ein Yoga-Shirt, eine lange Hose und obendrauf einen Sweater, alles aus kuscheliger Bio-Baumwolle. Auf den Kopf setze ich mir noch eine alte Beanie und ungwohnterweise dicke Socken an die Füße an.

07:23 – Es geht los

Als würde ich jeden Morgen bei Frost üben, schnappe ich meine Matte und gehe nach draußen. Dort empfängt mich neben einem beeindruckenden Postkarten-Panorama ein Schwall wirklich kalter (für die Optimisten: frischer) Luft. Ich rolle meine Matte aus und setze mich. Namaste, Kältetod.

07:24 – Bodenfrost

Passionierte Weihnachtsmarkt-Besucher (und auch sonstige Bewohner der nördlichen Hemisphäre) kennen das: Die Kälte dringt von unten durch die dicken Winterstiefel und Socken über die Füße in den Körper ein und frisst sich durch den ganzen Körper nach oben. Ungefähr 1.000 Mal schneller (und schlimmer) ist dieser Effekt, wenn man im Lotussitz auf einer 5 mm dicken Yogamatte auf dem Boden sitzt. Notiz fürs nächste Mal: eine zweite Matte unterlegen. Und eine dritte.

07:29 – Weg mit den Socken

Ich weiß nicht, ob es die Ruhe, die frische Luft oder die Nähe zur Natur sind, die mich so beruhigen, oder der beginnende Kältetod. Fakt ist, dass es sich wunderbar anfühlt, hier draußen zu sein. Ich beginne meine Praxis mit Sonnengrüßen, schon bei der ersten Runde merke ich, dass das mit den Socken nicht funktioniert und ziehe sie wider meinen gesunden Menschenverstand aus. Selten habe ich mich barfuß so nackt gefühlt.

07:42 – Nicht einen Tropfen

Mittlerweile bin ich ganz gut in meine Morgenpraxis reingekommen. Normalerweise habe ich nach 10 Minuten bereits begonnen zu schwitzen wie verrückt, heute bleibe ich ausnahmsweise trocken. Das Outfit scheint gut gewählt zu sein, Schwachpunkt bleiben allerdings die Füße, bei allen stehenden Asanas wird mir sofort kalt untenrum. Ich überlege ernsthaft, ob ich mir ein ein Paar Anti-Rutsch-Socken von meinem Sohn ausleihen soll. Aber er trägt Größe 25.

07:56 – Widrige Witterungsverhältnisse

Es beginnt zu schneien. Der Snowboarder in mir freut sich wie verrückt. Mein innerer Yogi flucht kurz und sucht sich dann einen überdachten Platz auf dem Balkon. Ich nutze die Gelegenheit, kurz durchs Fenster ins Schlafzimmer zu schauen. Frau und Kind schlafen drinnen friedlich bei gefühlten 28°C. Bei mir draußen wütet hingegen eine Hölle aus Schnee und Eis. „Jedem wie’s ihm gehört“, würde meine Frau wahrscheinlich schmunzelnd dazu sagen.

08:03 – Kühler Kopf? Fehlanzeige.

Angeblich verliert der Körper 90% der Wärme über den Kopf. Ich behaupte, dass es beim Yoga eher 100% über die Füße sind, denn mein Schädel ist dank der ollen Mütze relativ warm. Trotz der Kopfbedeckung kann ich ganz gut meine Kopfstände üben, ich alter Fuchs stecke mir vorher aber noch das Sweatshirt in den Hosenbund (die Nieren!).

08:12 – Arschkalt

In meiner kleinen Morgenklasse bin ich jetzt bei einer Reihe von Sitzhaltungen angelangt: Vorwärtsbeugen, Lotus-Variationen und ein bisschen was für die Arme. Wie an anderer Stelle sicher schon mal erwähnt, bietet mein Hinterteil der Kälte relativ viel Angriffsfläche. Beim nächsten Mal werde ich zusätzlich lange Unterhosen oder Leggings drunter ziehen. Mein Körper kämpft am Limit.

08:19 – Die ultimative Killerübung

Die meisten Yogis freuen sich in der Klasse auf Savasana. Das war bei mir bis letzte Woche auch so, aber jetzt ist alles irgendwie anders. Es ist nicht wirklich schön, die gesamte (leicht verschwitzte) Körperrückseite auf eine durchgefrostete Yogamatte abzulegen. „Nahtoderlebnis“ ist ein großes Wort, aber ich musste meine Endentspannung wegen der unangenehmen Temperatur abbrechen. Also setze ich mich wieder hin (Achtung, Blasenentzündung!) und bedanke mich ganz schnell bei mir selbst und dem eisigen Kosmos um mich herum. Om Shanti Om.

Heute – Ich lebe noch

Mit einer Woche Abstand kann ich sagen, dass es die Strapazen wert war. Ich übe so gerne draußen, die Nähe zur Natur fehlt mir im Winter wirklich. Und als Ergänzung zum Snowboarden ist die Asana-Praxis ein perfektes Workout: Die Yogaübungen arbeiten den harten und zum Teil kraftraubenden Bewegungen auf dem Brett optimal entgegen. Beim Outfit gibt es eigentlich nichts zu optimieren, alles hat sich sehr gut angefühlt und ich bin nach dieser Stunde im Schnee auch nicht krank geworden. Und da es leider noch sehr lange bis zum Frühling ist, werde ich meine Matte demnächst mal wieder bei Minusgraden draußen ausrollen. Vielleicht bei einer Tasse Yogi-Tee. Namaste.

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Fotos von Liza-Anneth Meinhof.

   

 

3 Gedanken zu „Extrem-Yoga – Teil 1: Snoga bei -4°C&8220;

  1. Oh gott, ich habe einen heiden Respekt vor dir. Vor allem hätte ich sicher eine Erkältung und eine Blasenentzündung bekommen. Manchmal ist es halt doch praktisch ein mann zu sein 😉
    Ich liebe es im Sommer auch in der Natur zu üben, aber im Winter bringen mich keine zehn Pferde nach draußen… 🙂
    Alles Liebe

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