Das Yogawort zum Sonntag – Wie ich zum Yogadude wurde

Love me, I’m famous!

Seit ich diesen Blog betreibe, werde ich immer wieder auch mal von anderen Blogs oder Magazinen (echten, gedruckten, am Kiosk verkauften Magazinen!) interviewt. Das ist eine tolle Sache – zum einen profitiere ich natürlich von dieser schamlosen Eigenwerbung. Zum anderen fühle ich mich geehrt und megawichtig (mindestens D-prominent), wenn jemand lesen will, was ich über mich selbst zu sagen habe. Allerdings kann die Sache mit den Interviews auch nach hinten losgehen, diese Lektion habe ich vor Kurzem aus nächster Nähe (mindestens Vollkontakt) gelernt. Ich versuche meine Antworten auf die Interview-Fragen immer minimal zu variieren, weil sich die Fragen dann doch relativ stark (mindestens 75%) ähneln. Eine Frage, die berechtigterweise in fast jedem Interview gestellt wird, ist die Frage, wie ich eigentlich dazu gekommen bin, Yoga zu praktizieren. Und auch wenn ich sie schon mehrfach (mindestens zehn Mal) beantwortet habe, werde ich ab und zu auch mal per E-Mail oder Facebook danach gefragt. Also war es Zeit für einen kleinen Beitrag dazu.

Willkommen im Club.

Obwohl ich es nicht ganz zum Rockstar geschafft habe, wäre ich beinahe Mitglied des Klub 27 geworden. Eine ungünstige Kombination aus Arbeitsstress, BWL-Studium, Ausdauersport (mindestens Marathon) und privaten Problemen haben mich im zarten Alter von 27 auf die Herzintensivstation gebracht. Zu dem Zeitpunkt habe ich in Karlsruhe gleich in zwei Bands gespielt, für den Karlsruher Klub 27 hätte es also auf jeden Fall gereicht. Yeah, Rock’n’Roll! Nach dem Vorfall habe ich zwar mein Leben etwas entschleunigt (mindestens die privaten Probleme), aber leider noch immer nicht angefangen, Yoga zu praktizieren. Dafür hat es in meinem Fall noch etwas mehr Stress benötigt. Stress, der sich sehr gut messen ließ und zwar in Form von Bonusmeilen. Ich war als freiberuflicher Kreativer wirklich viel unterwegs und habe dabei auch noch gearbeitet. Sehr cool, sehr Business, mit Rollkoffer, VIP Lounge und Taxiquittungen (mindestens fünf Euro Trinkgeld). Zur Entspannung hatte ich damals noch Laufschuhe und Gitarre dabei. Keine Yogamatte.

Äppler oder Asanas?

Die erste Yogamatte, die ich aus der Nähe gesehen habe, war die einer Kollegin (jetzt auch Freundin), mit der ich mir in Frankfurt am Main unter der Woche eine Arbeitswohnung teilte. Nach getaner Arbeit verbrachte ich die Feierabende mit einigen Flaschen Bier oder einem Apfelwein auf der Couch. Die Kollegin rollte nebenan ihre Yogamatte aus. Und irgendwie war sie am nächsten Morgen nicht nur um einiges entspannter als ich –  sie sah auch noch um einiges (mindestens doppelt) besser aus. Mein Hirn arbeitet manchmal etwas langsam, aber nach einigen Abenden war ich dann doch neugierig auf diese Yogasache. Und habe mich, nachdem der Job in Hessen erledigt war, zu einem Yoga-Anfängerkurs mit Krankenkassenzuschuss (mindestens 120 Euro) angemeldet.

Zur Praxis in die Praxis.

Wie gesagt, ich hatte von Yoga keinen Schimmer. Und offensichtlich mal wieder richtig Glück (mindestens mehr als Verstand). Mein „Krankenkassenkurs“ wurde von der Yogapraxis in Berlin-Schöneberg angeboten, einem Studio, das gleichzeitig auch eine Praxis für Physiotherapie ist. Die Lehrer dort haben mir und den anderen Teilnehmern (mindestens 10) einmal pro Woche das Konzept von Yoga und die Asanas nähergebracht. Und mich dabei so dafür begeistert, dass ich einfach nicht mehr aufhören wollte. Und nicht nur Kursleiter Peter war gut zu mir, auch die gemischte Gruppe aus Anfänger-Yogis war optimal für den Start. Parallel zu den Abenden habe ich dann gleich angefangen zuhause zu üben und nach dem Umzug nach Neukölln wurde Peace Yoga Berlin meine „Homebase“, wo ich Jivamukti Yoga kennen und schätzen lernte. Heute, viereinhalb Jahre später, übe ich meistens bei Patrick Broome in München (mindestens wöchentlich) und Yoga hat einen großen Teil meines Lebens eingenommen: Die Praxis (mindestens fünf Mal pro Woche) und dieser Blog bestimmen doch relativ viel von dem, was ich so tue. Und im November kommt der nächste Schritt: Die Ausbildung zum Yogalehrer. Wenn ich gewusst hätte, wie gut Yoga mir tut und wie sehr es mein Leben zum Positiven verändert, hätte ich schon früher mal drei Bier weggelassen. Und stattdessen die Matte ausgerollt. Namaste.

 

Fotos von Liza Meinhof

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